Nach Asien-Pazifik-Gipfel Papua-Neuguinea vermisst mehr als 280 Luxusautos

Wo sind die Nobelkarossen? Für den Asien-Pazifik-Gipfel hatte Papua-Neuguinea eigens Hunderte teurer Wagen angeschafft. Jetzt fehlen mehr als 280.

Maseratis in Papua-Neuguinea (Archivfoto)
REUTERS/AAP

Maseratis in Papua-Neuguinea (Archivfoto)


Wenn Spitzenpolitiker aus aller Welt vorbeikommen, sollen sie auch komfortabel fahren können: Deshalb schaffte Papua-Neuguinea - einer der ärmsten Staaten der Welt - für den Asien-Pazifik-Gipfel im vergangenen November Hunderte Luxus-Neuwagen an.

Der Gipfel ist längst Geschichte, doch die Nachwirkungen beschäftigen das Land bis heute. Denn von den teuren Autos werden noch mehr als 280 vermisst. "Wir ermitteln derzeit noch. Wir wissen nicht, wo genau die Autos sind", sagte ein Polizeisprecher. Der Chef der zuständigen Abteilung, Dennis Corcoran, forderte, die Nobelkarossen sofort zurückzugeben. "Jeder, der sich auf illegalem Weg Staatseigentum angeeignet hat, wird verhaftet und angeklagt."

An dem Gipfel der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft (Apec) in der Hauptstadt Port Moresby hatten Staats- und Regierungschefs aus mehr als 20 Ländern teilgenommen, darunter auch China, Russland und die USA. Dafür hatte Papua-Neuguinea im Ausland zahlreiche Neuwagen bestellt.

Darunter waren neben Luxus-Geländewagen verschiedener Hersteller auch 40 Maserati Quattroporte - eine sehr auffällige, viertürige Limousine der italienischen Luxusmarke. Wegen der Anschaffung gab es viel Kritik. Der Polizei zufolge wurden nun zwar alle 40 Maserati zurückgegeben - bei 284 anderen Autos geschah dies aber nicht. Vermutet wird, dass viele Wagen jetzt privat genutzt werden.

Papua-Neuguinea - ein Land mit etwa acht Millionen Einwohnern - gehört trotz vieler Bodenschätze zu den ärmsten Staaten der Welt. Korruption ist weit verbreitet. Im Entwicklungsindex der Vereinten Nationen, einem weltweiten Vergleich, liegt Papua-Neuguinea weit hinten auf Platz 153.

ulz/dpa

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