Bericht über Raubüberfall bei Paris Ex-Adidas-Eigner Tapie offenbar zu Hause überfallen

Der französische Unternehmer und Ex-Minister Bernard Tapie und seine Frau sollen im Schlaf von vier Einbrechern überrascht worden sein. Das berichtet die Presseagentur AFP. Das Ehepaar wurde demnach geschlagen und gefesselt.
Bernard Tapie

Bernard Tapie

Foto: EMMANUEL DUNAND / AFP

Der frühere Mehrheitseigner von Adidas, Bernard Tapie, ist in seinem Haus bei Paris von Einbrechern überfallen worden. Der 78-Jährige und seine Frau Dominique hätten geschlafen, als vier Diebe kurz nach Mitternacht bei ihnen eingedrungen seien, berichtet die Nachrichtenagentur AFP unter Verweis auf französische Ermittler. Die Eindringlinge hätten das Ehepaar geschlagen und mit Elektrokabeln gefesselt und seien dann mit ihrer Beute geflohen.

Dominique Tapie konnte sich den Angaben zufolge selbst befreien und schaffte es zum Haus der Nachbarn. Von dort alarmierte sie die Polizei. Die Diebe raubten unter anderem Schmuck. Wie hoch der Wert ihrer Beute ist, blieb zunächst unklar. Während Dominique Tapie mit leichten Verletzungen ins Krankenhaus gebracht wurde, verweigerte der an Krebs erkrankte Bernard Tapie einen Transport in die Klinik.

Tapie ist ein schillernder und in Frankreich höchst umstrittener Manager und Ex-Politiker. In Deutschland ist er vor allem als ehemaliger Adidas-Mehrheitseigner bekannt. Der Verkauf seiner Anteile an dem deutschen Sportartikelhersteller beschäftigte jahrelang Gerichte: In einem später aufgehobenen Schiedsverfahren hatte er mehr als 400 Millionen Euro Entschädigung zugesprochen bekommen, weil ihn die damalige Staatsbank Crédit Lyonnais geprellt haben soll. Dann wurden Betrugsvorwürfe laut: Unter anderem stand der Verdacht im Raum, dass Tapie wegen seiner Nähe zum damaligen Staatschef Nicolas Sarkozy eine Vorzugsbehandlung erhalten habe.

Unter dem sozialistischen Präsidenten François Mitterrand war Tapie in den Neunzigerjahren Minister für Städtebau. Er ist zudem verantwortlich für einen der größten Skandale der europäischen Fußballgeschichte: Wegen der Schmiergeldaffäre um den Verein Olympique Marseille, den er 1986 gekauft hatte, wurde er Ende 1995 zu acht Monaten Gefängnis verurteilt. Schon zuvor hatte er Privatinsolvenz anmelden müssen.

vet/AFP
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