Champagnerkübel, Tafelsilber, Kristallgläser Schätze aus dem Pariser Ritz für 1,7 Millionen Euro versteigert

Das Grandhotel Ritz in Paris ist eine Institution. Weltberühmte Persönlichkeiten gingen hier ein und aus. Jetzt wurden Devotionalien aus den heiligen Hallen versteigert. Für 1,7 Millionen Euro.
Das Pariser Ritz im Jahr 1904

Das Pariser Ritz im Jahr 1904

Foto: Keystone/ Getty Images

Äußerst zufrieden zeigten sich Vertreter des Auktionshauses Artcurial am Dienstagabend, nachdem es gelungen war, historische Gegenstände aus dem legendären Pariser Luxushotel Ritz zu veräußern.

Käufer aus insgesamt 25 Ländern zahlten die stolze Summe von insgesamt 1,7 Millionen Euro - und damit das Vierfache des Schätzwerts - für die erlesenen Erinnerungen aus dem Grandhotel an der Place Vendome Nummer 15. Alle 1500 Stücke wechselten den Besitzer. Besonderes Interesse bestand an sechs historischen Service des Pariser Hotels. Sie wurden für jeweils 7200 Euro verkauft.

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Mehr als 500 Bieter waren für die dreitägige Auktion angemeldet, die wegen der Corona-Pandemie im Internet stattfand. Ein Set mit zwölf Tellern, das César Ritz für die Eröffnung des Hotels 1898 bestellt hatte, wechselte für 6800 Euro den Besitzer. Auch Champagnerkübel fanden reißenden Absatz: Die Gebote stiegen auf 11.700 Euro, das 58-fache des Schätzwerts.

Einer der Höhepunkte der Auktion waren Gläser aus der Hemingway-Bar, die nach dem US-Schriftsteller Ernest Hemingway benannt ist, der im Ritz logierte. Sechs Martini-Gläser mit der Gravur "Bar Hemingway Ritz Paris" wurden für 2100 Euro verkauft, sechs Wodka-Gläser aus dem Hause Ercuis für je 1800 Euro.

Bereits im April 2018 hatte Artcurial Möbel aus dem Ritz versteigert. 10.000 Objekte gingen damals für insgesamt 7,2 Millionen Euro an neue Besitzer.

Innenansicht des Hotel Ritz, um 1920

Innenansicht des Hotel Ritz, um 1920

Foto: H. C. Ellis/ Getty Images

Im Pariser Ritz logierten im 20. Jahrhundert zahlreiche Größen der Zeit: Neben der Modedesignerin Coco Chanel unter anderem die Schriftsteller Marcel Proust und Francis Scott Fitzgerald sowie Stummfilmstar Rudolph Valentino. Lady Diana Spencer verbrachte hier die letzten Stunden ihres Lebens, bevor sie im August 1997 bei einem Autounfall starb. Der ägyptische Milliardär Mohamed al-Fayed hatte das Haus 1979 erworben und aufwendig saniert. Sein Sohn Dodi war mit Diana liiert.

Während des Zweiten Weltkriegs hielten die Nazis das Ritz besetzt. Der Legende nach soll Hemingway als Soldat am 25. August 1944 mit seiner Waffe in das Nobelhotel eingedrungen sein, um es "persönlich zu befreien".

Auch mehrere Filme wurden im Ritz gedreht, unter anderem "Ariane" von Billy Wilder aus dem Jahr 1957, mit Gary Cooper, Audrey Hepburn und Maurice Chevalier.

ala/AFP
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