Niedersachsen Pastor relativiert Holocaust - und muss Gemeinde verlassen

Ein Geistlicher hat für eine Lokalzeitung eine Sonntagsrede verfasst, die den Holocaust verharmloste. Für die Kirche sind die Äußerungen "eindeutig nicht tragbar" - der Pastor soll nicht mehr eingesetzt werden.
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Ein evangelischer Pastor wird wegen umstrittener Äußerungen zum Holocaust seine Kirchengemeinde im niedersächsischen Alfeld verlassen. Ein Sprecher der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannovers bestätigte den Vorgang. Der Pastor habe für lokale Zeitungen eine Sonntagsandacht verfasst und darin den Holocaust, den millionenfachen Mord der Nationalsozialisten an den Juden in Europa, relativiert, sagte Kirchensprecher Benjamin Simon-Hinkelmann.

Die "Alfelder Zeitung" und die "Leine-Deister-Zeitung" veröffentlichten den Text aber nicht. Der Pastor rechnete "den Völkermord der Nationalsozialisten klein", wie die "Alfelder Zeitung" schrieb. Stattdessen schalteten sich die Vorgesetzten des Pastors und die Kirchenleitung ein. Für die Kirche seien die Äußerungen "eindeutig nicht tragbar" gewesen, so der Sprecher.

Nach einem Gespräch mit der vorgesetzten Superintendentin und der Landeskirche habe der Pastor entschieden, sein Gemeindeamt aufzugeben, sagte der Sprecher. Er solle künftig nicht als Gemeindepfarrer eingesetzt werden. In einem dienstrechtlichen Verfahren prüfe die Kirche außerdem, "ob eine Verletzung der Amtspflicht vorliegt". Der Pastor selbst war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

lmd/dpa
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