Peggy-Prozess Staatsanwalt und Verteidiger streiten über Geständnis

Im Prozess um den Mord an der neunjährigen Peggy haben sich Staatsanwalt Heindl und die Verteidiger des Angeklagten Ulvi K. heftig gestritten. Grund: Die Verteidigung glaubt, das Geständnis ihres Mandanten sei unter Druck zu Stande gekommen.


Angeklagter Ulvi K.: Die Tat unter Druck gestanden?
REUTERS

Angeklagter Ulvi K.: Die Tat unter Druck gestanden?

Hof - K. hatte den Mord nach einer Reihe von Verhören gestanden. Auf dieser Aussage fußt im Wesentlichen auch die Anklage des Staatsanwalts, der dem geistesgestörten 25-Jährigen vorwirft, Peggy Knobloch ermordet zu haben, um einen sexuellen Missbrauch an ihr zu vertuschen.

Genau dieses Geständnis allerdings zweifelt die Verteidigung an: Die Ermittler der Sonderkommission hätten Ulvi K. mit einer Mischung aus Drohungen und falschen Versprechungen so weit gebracht, bis dieser die Tat zugegeben habe.

Mordopfer Peggy: Die Leiche bleibt verschwunden.
DPA

Mordopfer Peggy: Die Leiche bleibt verschwunden.

Die Anwälte beantragten deshalb, auf die Aussage von Polizisten der Soko zu verzichten. Das Landgericht Hof lehnte den Antrag allerdings ab - es hätten sich keine Anhaltspunkte für verbotene Methoden bei der Vernehmung ergeben, sagte der Vorsitzende Richter.

Der Prozess um den Peggy-Mord ist bereits die zweite Auflage. Das erste Verfahren musste wegen eines Justizfehlers abgebrochen werden. Mit einem Urteil wird für Anfang Dezember gerechnet.



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