Peinliche Panne Zoll verkauft Chevy mit zehn Kilo Kokain

Der Hamburger Zoll hat sich versehentlich zum Dealer gemacht. Er verkaufte ein vor Jahren sichergestelltes Auto, in dem sich noch immer zehn Kilo Kokain befanden. Der Autokäufer lieferte die Päckchen brav ab.

Hamburg - Das Hamburger Zollfahndungsamt hatte das Auto 1997 sichergestellt und erst jetzt verkauft. Der neue Besitzer des Kombis der Marke Chevrolet fand die Drogen bei Bastelarbeiten in der Heckklappe und lieferte die elf Pakete beim Zoll ab, wie das Amt am Montag mitteilte. "Natürlich ist uns das ein bisschen unangenehm", gab der Zoll-Sprecher Robert Dütsch zu.

Vor sechs Jahren hatten die Zollfahnder im Hamburger Hafen das Auto beschlagnahmt. Nach einer Kontrolle mit der erst ein Jahr zuvor angeschafften Container-Röntgenanlage wurden 54 Kilo Kokain in Tank und Reservereifen entdeckt. Die restlichen zehn Kilo waren dabei übersehen worden. "Die Anlage war damals noch nicht so ausgereift", erklärte Dütsch. Seitdem sei sie immer wieder verbessert worden.

Der Bastler hatte den Chevy erst am 13. Juni gekauft. Es sei nicht möglich, jedes Auto vor dem Weiterverkauf erneut zu überprüfen, erklärte Dütsch. "Wir haben hier schließlich über hundert beschlagnahmte Wagen stehen." Als Fundgrube für Drogendealer sind diese Autos aber offenbar kaum geeignet: "Das gefundene Kokain hatte kaum noch Marktwert", erklärte Dütsch. Die lange Lagerung war dem Stoff offenbar nicht bekommen. Einen Finderlohn gibt es für den ehrlichen Autokäufer auch nicht: "Damit sieht's schlecht aus. Aber er bekommt ein Dankschreiben", versprach der Sprecher.

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