»Fuel Dumping« Frachtflugzeug lässt 80 Tonnen Kerosin über Pfälzer Wald ab

Wohl wegen technischer Probleme hat ein Flugzeug eine große Menge Kerosin über dem Pfälzerwald versprüht. Umweltschützer kritisieren das sogenannte Fuel Dumping seit Langem.
Pfälzerwald (Archivbild): Naturschützer befürchten einen dauerhaften Schaden durch »Fuel Dumping«

Pfälzerwald (Archivbild): Naturschützer befürchten einen dauerhaften Schaden durch »Fuel Dumping«

Foto: IMAGO/imageBROKER/Daniel Schoenen / IMAGO/imagebroker

Ein Frachtflugzeug hat offenbar über dem Pfälzer Wald 80 Tonnen Kerosin abgelassen. Die Maschine befand sich nach Angaben des Luftfahrt-Bundesamts (LBA) in Braunschweig in einer Höhe von rund sechs Kilometern über dem südlichen Rheinland-Pfalz und dem Saarland, als der Kapitän der Zivilmaschine infolge technischer Probleme den sogenannten Treibstoffschnellablass (»Fuel Dumping«) einleiten musste.

Kerosin in dieser Menge wurde demnach bei einem solchen Manöver seit mehr als drei Jahren nicht mehr über Deutschland versprüht. Der Südwestrundfunk (SWR)  hatte am Freitag über den Zwischenfall vom Mittwoch berichtet. Dem Sender zufolge handelt es sich bei der Maschine um eine Boeing 747 der belgischen Challenge Airlines, die von Lüttich ins chinesische Wuhan gestartet war. Kurz vor der Überquerung der Alpen kehrte der Pilot demnach um und flog wieder Richtung Lüttich zurück. Dabei drehte er mehrere Runden über der Pfalz.

Naturschützer kritisieren »Fuel Dumping«

Der Treibstoffschnellablass ist eine Notfallmaßnahme, die nur in Ausnahmesituationen angewendet wird. Sie wird laut LBA erforderlich, wenn ein Luftfahrzeug mit einem höheren als dem zulässigen Landegewicht abhebt und ein Problem auftritt, das die direkte Landung des Flugzeugs erforderlich macht. Dazu zählen unter anderem technische Störungen oder auch medizinische Notfälle an Bord. Welche Hintergründe am Mittwoch zu dem »Fuel Dumping« führten, ist noch ungeklärt.

Laut SWR gibt es schon lange Kritik am Treibstoffablass über dem Pfälzerwald. Naturschützer befürchteten einen dauerhaften Schaden für die Umwelt. Das Umweltbundesamt  hingegen geht davon aus, dass »nach derzeitigem Wissensstand keine kritischen Umweltauswirkungen von Treibstoffschnellablässen auf Boden, Grundwasser, Luft und menschliche Gesundheit« zu erwarten seien.

bbr/dpa