Wegen Missbrauchsvorwürfen gegen Prinz Andrew Pferderennen in England bekommt neuen Namen

Das Traditionsrennen »Duke of York Stakes« wurde 1895 nach einem der höchsten britischen Adelstitel benannt. Wegen der Missbrauchsvorwürfe gegen Prinz Andrew entschied sich die Rennbahn in York nun für eine Änderung.
Der Londoner Pub »The Duke of York« im Bezirk City of Westminster könnte auch umbenannt werden

Der Londoner Pub »The Duke of York« im Bezirk City of Westminster könnte auch umbenannt werden

Foto: VICKIE FLORES / EPA

Es sind keine guten Zeiten, um mit dem in Ungnade gefallenen Prinz Andrew in Verbindung gebracht zu werden. Eine britische Pferderennbahn will deshalb den Namen eines traditionsreichen Rennens ändern. Die »Duke of York Stakes« sollen wegen der Missbrauchsvorwürfe gegen den Herzog von York einen neuen Namen bekommen, wie der Marketingchef der Rennbahn, James Brennan, der »Yorkshire Post« sagte.

Gegen Prinz Andrew werden Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs erhoben, die der 61-Jährige entschieden zurückweist. Wegen der Vorwürfe und früherer Kontakte zum verurteilten US-Sexualstraftäter Jeffrey Epstein hatte er allerdings bereits 2019 seine royalen Pflichten aufgegeben und sich weitgehend aus der Öffentlichkeit zurückgezogen.

Das Yorker Pferderennen war 1895 nach Prinz George, dem späteren König George V., benannt worden, der ebenfalls Herzog von York war. »Es gab nie einen direkten Zusammenhang mit Prinz Andrew«, stellte Brennan klar. Nun wolle die Rennbahn jedoch »klarer machen«, dass der Name auf einen völlig anderen Herzog von York zurückgeht. Das Rennen könnte daher den Namen »1895 Duke Of York Stakes« bekommen.

Eine ähnliche Debatte zu möglichen Namensänderungen ist in Großbritannien derzeit auch rund um die vielen Pubs ausgebrochen, die ebenfalls den Namen »The Duke of York« tragen. Darüber hatte unter anderem der »Evening Standard« berichtet. 

Zivilprozess in den USA rückt näher

Vergangene Woche war Andrew mit einem Antrag auf Abweisung einer gegen ihn gerichteten Missbrauchsklage in den USA gescheitert. Damit rückt ein Zivilprozess gegen den britischen Prinzen näher. Der Buckingham-Palast teilte daraufhin mit, dass dem zweitältesten Sohn von Elizabeth II. seine militärischen Titel und seine royalen Schirmherrschaften entzogen würden.

Die Klägerin Virginia Giuffre gibt an, 2001 im Alter von 17 Jahren von Prinz Andrew mehrfach sexuell missbraucht worden zu sein, unter anderem in Epsteins Luxusbleibe in New York. Epstein habe sie damals an den Royal »ausgeliehen«. Giuffre fordert nun Schadensersatz in nicht genannter Höhe.

col/AFP