Radiomoderator Phil Valentine US-Impfskeptiker an Corona gestorben

Wiederholt hatte er Hörerinnen und Hörern von einer Coronaimpfung abgeraten. Nun ist der konservative US-Talkshow-Host Phil Valentine an den Folgen der Virusinfektion gestorben. Zuletzt bereute er offenbar seine Worte.
Radiomoderator Phil Valentine während einer Sendung 2009

Radiomoderator Phil Valentine während einer Sendung 2009

Foto: John Partipilo / AP

Der bekannte US-amerikanische Radiomoderator Phil Valentine ist am Samstag an den Folgen einer Coronainfektion gestorben. Dies teilte sein Arbeitgeber, der Sender Super Talk 99.7 WTN, auf Twitter mit. Valentine war 61 Jahre alt.

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Valentine, der vor allem im US-Bundesstaat Tennessee bekannt ist, hatte sich zuvor in seinen Sendungen des Öfteren kritisch über Impfungen gegen das Coronavirus geäußert. So sagte er beispielsweise im Dezember 2020, seine Chance, an Covid-19 zu sterben, liege »wahrscheinlich bei weniger als einem Prozent«. Seinen Hörerinnen und Hörern riet er davon ab, sich impfen zu lassen, wenn sie kein erhöhtes Risiko hätten, an dem Virus zu sterben.

»Er bereut es, sich nicht vehementer für das Impfen eingesetzt zu haben«

Im Juli teilte der Moderator dann mit, er sei an Covid-19 erkrankt. Kurz darauf ließ seine Familie über die Social-Media-Kanäle des Radiosenders verkünden , Valentine sei mit einem schweren Verlauf ins Krankenhaus eingeliefert worden.

In dem Statement hieß es damals: »Phil möchte, dass seine Hörerinnen und Hörer wissen, er sei nie Impfgegner gewesen. Er bereut es, sich nicht vehementer für das Impfen eingesetzt zu haben und möchte dies tun, sobald er wieder auf Sendung gehen kann.« Gefolgt wurde das Statement von einem Aufruf, sich bitte impfen zu lassen.

Knapp einen Monat später starb Valentine im Krankenhaus.

Sein Bruder Mark Valentine hatte zuvor in einem Interview gesagt: »Ich weiß, dass er euch allen gerne sagen würde: ›Lasst euch impfen. Hört auf, euch über die Politik Sorgen zu machen. Hört auf, euch über Verschwörungstheorien Sorgen zu machen.‹«

Beileidsbekundungen aus der Politik

Valentine sei bewusst geworden, dass seine Aussagen im Radio vermutlich einige Zuhörende davon abgebracht hätten, sich impfen zu lassen und dies habe er sehr bereut, so sein Bruder.

Auf die Nachricht von Valentines Tod folgten zahlreiche Beileidsbekundungen. Tennessees Gouverneur Bill Lee schrieb auf Twitter, er und seine Frau seien zutiefst traurig über den Verlust Valentines und beteten für dessen Familie. Der Sprecher des Repräsentantenhauses von Tennessee, Cameron Sexton, fügte hinzu, Valentine habe »als starke konservative Stimme einen Unterschied gemacht«.

Valentine ist nicht der einzige Fall prominenter Impfskeptiker, die in letzter Zeit in den USA an Corona erkrankt sind. Anfang August starb der rechte Moderator, Trump-Anhänger und Verschwörungstheoretiker Dick Farrel an den Folgen der Infektion. Auch er soll kurz vor seinem Tod bereut haben, sich nicht geimpft haben zu lassen.

zob/AP
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