New York Ermittler bestätigen Heroin-Fund in Hoffmans Wohnung

Philip Seymour Hoffman ist offenbar an Drogenkonsum gestorben. Ermittler bestätigten, dass in seiner Wohnung Heroin gefunden wurde. New Yorks Theater gaben bekannt, dass sie des verstorbenen Schauspielers auf besondere Art gedenken wollen.
Gedenken in Greenwich Village: Hoffman starb im Alter von 46 Jahren

Gedenken in Greenwich Village: Hoffman starb im Alter von 46 Jahren

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New York/Hamburg - Schon früh nach seinem Tod deutete sich an, dass der Schauspieler Philip Seymour Hoffman an Drogenkonsum starb. Inzwischen haben Ermittler bestätigt, dass in Hoffmans New Yorker Wohnung, in der er am Sonntag tot aufgefunden worden war, Heroin gefunden wurde. Nun soll untersucht werden, ob die Drogen mit anderen Stoffen gepanscht waren. Zudem wird Hoffmans Leichnam obduziert, das Ergebnis wird frühestens am Dienstag erwartet.

Mehrere Medien hatten unter Berufung auf Ermittler berichtet, dass bei Hoffman mindestens 50 Umschläge mit einer weißen Substanz gefunden wurden. Hoffman hatte lange mit seiner Alkohol- und Drogensucht gekämpft. In der Vergangenheit hatte er mehrfach gesagt, er habe das Problem überwunden. Nun starb er im Alter von 46 Jahren.

In den letzten Monaten war es zu einigen Todesfällen in Folge von gepanschtem Heroin gekommen. Die Droge enthielt Fentanyl, ein synthetisches Ersatzmittel, das deutlich stärker wirkt als Morphin. Im Westen von Pennsylvania starben im Januar 22 Menschen innerhalb einer Woche, nach Angaben der Staatsanwaltschaft vermutlich in Folge einer Überdosis von Heroin und Fentanyl.

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Hoffman wurde als einer der talentiertesten Schauspieler Hollywoods gefeiert. 2006 hatte er für seine Darstellung von Truman Capote den Oscar bekommen. Der Charakterschauspieler hatte um seine Süchte nie ein Geheimnis gemacht. Zwar hatte er mehrfach gesagt, er habe seine Rauschgift- und Alkoholsucht überwunden. Im vergangenen Jahr hatten amerikanische Medien aber gemeldet, er sei wieder in eine Entzugsklinik gekommen.

"Ich habe ihn noch letzte Woche gesehen und er war clean und nüchtern, ganz der Alte", sagte Drehbuchautor David Bar Katz der "New York Times". "Ich dachte, dieses Kapitel sei vorbei." Katz war der Freund und Kollege, der Hoffman in der Wohnung gefunden hatte. Er hatte sich Sorgen gemacht, weil Hoffman nicht erreichbar gewesen sei. Hoffman befand sich in seinem Badezimmer, laut Ermittlern steckte eine Spritze in seinem Arm. In der Wohnung befanden sich zudem ungenutzte Spritzen und verschiedene Medikamente.

"Dies ist ein tragischer und plötzlicher Verlust", hieß es in einer Mitteilung von Hoffmans Familie. Alle seien nach dem Tod ihres "geliebten Phil" am Boden zerstört. Die Angehörigen baten, ihre Privatsphäre zu respektieren. Mit seiner langjährigen Partnerin, der Kostümbildnerin Mimi O'Donnell, hatte Hoffman drei Kinder.

Eine Minute Dunkelheit am Broadway

Hollywood reagierte entsetzt auf den Tod eines seiner bekanntesten Schauspieler. "Es gibt keine Worte. Es ist einfach schrecklich", erklärte George Clooney, der mit Hoffman in "Die Iden des März" gespielt hatte. Tom Hanks, auch er ein Oscar-Preisträger, sagte "Entertainment Weekly": "Das ist ein furchtbarer Tag für die, die mit Philip gearbeitet haben. Er war ein riesiges Talent."

Jeff Bridges schrieb auf Twitter: "Ich habe es genossen, mit ihm in "The Big Lebowski" zu spielen. Er war so ein wunderbarer Mann, so verdammt talentiert, ein echter Schatz." Kevin Spacey, auch er wie Bridges ein Oscar-Gewinner, twitterte: "Eine Tragödie, einen so erstklassig talentierten Schauspieler wie Philip Seymour Hoffman zu verlieren. Ein unbeschreiblicher Verlust für Film, Theater und alle, die ihn kannten."

Die Broadway-Theater in New York wollen am Mittwoch zum Gedenken an Hoffman ihre Lichter für eine Minute dimmen. Hoffman wirkte in seiner Karriere an drei Broadway-Produktionen mit, zuletzt war er 2012 in dem Stück "Tod eines Handlungsreisenden" zu sehen.

"Wir werden ihm immer dankbar sein für sein grenzenloses Talent", erklärte die Vorsitzende der Theatervereinigung Broadway League, Charlotte St. Martin. Sie würdigte den Oscar-Preisträger als einen "wahren Künstler, der das Theater liebte".

bim/dpa/AP/Reuters
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