Philippinen 700 Menschen nach Fährunglück vermisst

Vor der Küste der Philippinen ist eine Fähre bei heftigem Unwetter auf Grund gelaufen und dann gekentert. Mehr als 700 Menschen werden vermisst. Der Taifun "Fengshen" hindert die Rettungskräfte daran, zum Unglücksort zu gelangen.


Manila - Die Fähre "MV Princess of Stars" war am Samstag zunächst in der Nähe der Insel Sibuyan auf Grund gelaufen und später gekentert, während der Wirbelsturm über die Region hinwegfegte. Eine Bürgermeisterin vor Ort sagte dem Hörfunk, bislang seien drei Überlebende gefunden worden. Mindestens vier Menschen seien tot geborgen worden.

Angehörige eines Passagiers der gesunkenen Fähre: Banges Warten
REUTERS

Angehörige eines Passagiers der gesunkenen Fähre: Banges Warten

Hohe Wellen infolge des Wirbelsturms behinderten zunächst die Rettungsbemühungen. Die Küstenwacht unternahm am Sonntag einen weiteren Anlauf, das Schiff zu erreichen, nachdem am Samstag Versuche am schlechten Wetter gescheitert waren. Hafenmeister Nestor Ponteres erklärte, der Eigner habe den Funkkontakt zu dem Schiff verloren. An Bord waren 626 Passagiere und 121 Besatzungsmitglieder.

Der Taifun "Fengshen" hat auf den Philippinen bislang mindestens 80 Menschen das Leben gekostet. Allein in der zentralphilippinischen Provinz Iloilo seien mindestens 59 Menschen durch Sturzfluten ums Leben gekommen, sagte der Gouverneur Neil Tupaz am Sonntag im Radio. "Iloilo ist wie ein Meer. Das ist das schlimmste Unglück, das wir je in unserer Geschichte hatten." Zehntausende Menschen warteten auf den Dächern auf ihre Rettung. In der Hauptstadt Manila fiel infolge von heftigen Regenfällen und starken Winden in vielen Stadtteilen der Strom aus.

Das Unwettergebiet erreichte am Sonntag auch die Hauptstadt Manila, wo heftiger Regen niederging. Von dem Wirbelsturm betroffen war auch die südliche Provinz Maguindanao. Der Taifun verwandelte hier Flüsse und selbst kleine Wasserläufe in reißende Ströme, die über ihre Ufer traten. Mindestens drei Häuser wurden von den Fluten weggespült.

dab/AP/Reuters



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