Philippinen Nach den Stürmen kam das Erdbeben

Sturm, Schlammlawinen, Springfluten - und dann bebte auch noch die Erde: Die tagelangen verheerenden Unwetter haben auf den Philippinen ein Bild der Verwüstung hinterlassen. Die Zahl der Todesopfer steigt immer weiter, hunderte Menschen werden noch unter den Schlammmassen vermisst. Die Rettungskräfte kommen nur schwer voran.

Manila - Die Zahl der Todesopfer ist nach Angaben der Behörden auf mehr als 780 gestiegen. Knapp 400 Menschen werden noch vermisst, nachdem Anfang der Woche erst ein tropisches Tief und danach gestern der Taifun "Nanmadol" den Inselstaat heimgesucht hatten. Der Tropensturm riss den Angaben zufolge mindestens 35 Menschen in den Tod. Die Zahl der Opfer durch das vorangegangene Unwetter liegt derzeit bei mindestens 746.

Unmittelbar nach dem Sturm erschütterte heute ein Erdbeben den Norden der Philippinen. Das Beben erreichte eine Stärke von 4,2. Berichte über Opfer oder größere Schäden lagen zunächst nicht vor.

Mehr als 160.000 Menschen im Osten und Norden des Landes waren vor dem Taifun aus ihren Häusern geflohen. 25 Menschen starben nach Angaben des Katastrophenschutzes bei Erdrutschen in der Provinz Aurora, die rund 150 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt Manila liegt. "Nanmadol" drehte Meteorologen zufolge inzwischen nach Norden in Richtung Taiwan ab. Dort wird er morgen erwartet.

Für die Philippinen sei das Schlimmste nun vorbei, sagte Wetterexperte Prisco Nilo. Militär, Polizei und Hilfsorganisation begannen umgehend, Nahrungsmittel und andere dringend benötigte Dinge in die von den Unwettern verwüstete Region zu bringen. Wegen des Taifuns musste auch die Rettungs- und Hilfsaktionen in der schwer betroffenen Provinz Quezon zeitweilig unterbrochen werden. Alleine dort wurden bislang 688 Leichen geborgen.

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