Philippinen Wieder Touristen von Abu Sayyaf entführt

Mutmaßliche Mitglieder der militanten Moslemgruppe Abu Sayyaf haben auf der westphilippinischen Insel Palawan eine Urlaubergruppe entführt, darunter auch drei Touristen aus den USA.

Manila - Bei den Geiseln handele es sich um ein amerikanisches Ehepaar, einen weiteren US-Bürger, 13 chinesischstämmige Philippiner sowie vier Angestellte einer Ferienanlage, teilte die Armee am Sonntag mit. Zuerst hatte es geheißen, ein Spanier sei unter den Entführten.

Nach Angaben von Präsidentensprecher Rigoberto Tiglao deuten erste Erkenntnisse auf die Abu-Sayyaf-Gruppe als Drahtzieher der Entführung hin. Eine endgültige Bestätigung gebe es aber nicht. Die Kidnapper waren laut Militär in den frühen Morgenstunden in mehrere Strandbungalows der Ferienanlage eingedrungen und hatten dann ihre Geiseln in ein bereitstehendes Schnellboot gezwungen.

Das Militär habe sofort eine Suchaktion mit Flugzeugen und Schiffen eingeleitet, sagte ein Sprecher der Streitkräfte weiter. Zunächst war der Verbleib von Geiseln und Entführern allerdings unklar. Die Regierung kündigte ein entschlossenes Vorgehen gegen die Kidnapper an. Es werde keine Lösegeldzahlungen oder Verhandlungen geben, sagte der Nationale Sicherheitsberater Roilo Golez. Die bewaffnete Gruppe werde "verfolgt und zerstört".

Die Abu Sayyaf kämpft für die Unabhängigkeit des vom Moslems bewohnten Südens des Landes. Die Philippinen sind als ehemalige spanische Kolonie katholisch geprägt. Vor mehr als einem Jahr hatten Mitglieder der Abu-Sayyaf-Gruppe von der malaysischen Taucherinsel Sipadan 21 Menschen auf die Südphilippinen verschleppt, darunter auch drei Mitglieder der Göttinger Familie Wallert. Viele der im vergangenen Jahr entführten Geiseln kamen erst nach der Zahlung von Lösegeld frei. Nach mehr als acht Monaten Geiselhaft war zuletzt der US-Amerikaner Jeffrey Schilling Mitte April aus der Gewalt der Rebellen befreit worden. Ein Philippiner, der gemeinsam mit den Wallerts an Ostern 2000 verschleppt wurde, befindet sich noch immer in der Gewalt der Abu Sayyaf.

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