Pilgerfahrt Hadsch Millionen Muslime beten auf Berg Arafat

Fast drei Millionen Muslime haben sich in Saudi-Arabien zur jährlichen Pilgerfahrt Hadsch versammelt. Einer der Höhepunkte: das Gebet auf dem Berg Arafat, wo der Prophet Mohammed einst seine letzte Predigt gehalten haben soll.

AFP

Mekka - Auf dem Höhepunkt der alljährlichen islamischen Pilgerfahrt Hadsch haben sich in Saudi-Arabien zwischen zwei und drei Millionen Muslime auf den Weg zum Berg Arafat gemacht. Seit dem frühen Morgen verließen die zumeist weiß gekleideten Pilger ihr Lager im etwa zehn Kilometer entfernten Mina-Tal und bestiegen den Hügel, auf dem der Religionsgründer Mohammed im Jahr 632 n.Chr. seine letzte Predigt gehalten haben soll.

Die Gläubigen legten den Weg bei milden Temperaturen in Bussen oder zu Fuß zurück. Obwohl die Behörden die Strecke für Fahrzeuge mit weniger als 25 Plätzen gesperrt hatten, kamen Tausende Busse in einem riesigen Stau kaum voran.

Um die Menschenmassen besser leiten zu können, hatten die Behörden am Sonntag eine neue Hochbahn in Betrieb genommen. Die rund 18 Kilometer lange Strecke verbindet die heiligen Stätten Mina, Arafat und Musdalifa.

Der Hadsch hatte am Wochenende im saudi-arabischen Mekka begonnen. Er ist eine der fünf sogenannten Säulen des Islams. Gemäß dem Koran sollte jeder fromme Muslim, der gesund ist und es sich leisten kann, einmal im Leben in die Geburtsstadt Mohammeds pilgern.

Der Tag am Berg Arafat ist dabei dem Gebet und der Buße gewidmet. Anschließend verbringen die Pilger die Nacht im nahe gelegenen Musdalifa-Tal und kehren nach Mina zurück, wo sie am Dienstag das Opferfest Id al-Adha feiern. Mit dem Opfer eines Tiers, zumeist eines Schafs, erinnern die Muslime an die Bereitschaft des Propheten Abraham, Gott seinen Sohn zu opfern. Am Mittwoch und Donnerstag wird der Hadsch mit der symbolischen Steinigung des Teufels abgeschlossen.

Der saudi-arabische Innenminister Prinz Najef bin Abdul Asis hatte mitgeteilt, die Zahl der ausländischen Pilger habe in diesem Jahr einen Rekordstand von 1,8 Millionen erreicht. Dazu kommen noch einmal rund 200.000 Gläubige aus Saudi-Arabien und den Golfstaaten. Schätzungen zufolge schlichen sich auch dieses Jahr Zehntausende illegale Pilger, die keine Genehmigung für eine Teilnahme erhalten hatten, an den Kontrollen vorbei.

Die Pilgerfahrt verlief bislang ohne größere Zwischenfälle. Um Massenpaniken und Anschläge zu verhindern, waren rund 100.000 Sicherheitskräfte eingesetzt. Die Terrororganisation al-Qaida auf der Arabischen Halbinsel (AQAP) sprach sich für einen gewaltfreien Hadsch aus. "Wir wenden uns gegen jegliche kriminellen Handlungen gegen Pilger", erklärte der jemenitische Qaida-Ableger in einer auf einer radikalislamischen Internetseite veröffentlichten Botschaft.

kng/AFP/dpa/dapd



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