Pilot krank Englischer Passagier muss Flugzeug selbst landen

Weil der Pilot eines Propellerflugzeugs in England plötzlich krank wurde, musste ein Passagier die Maschine selbst landen. Im vierten Anlauf gelang das Manöver schließlich - dank tatkräftiger Hilfe per Funkgerät.

Einsatzkräfte mit gelandeter Maschine: "Bemerkenswerten Job gemacht"
Caters News Agency

Einsatzkräfte mit gelandeter Maschine: "Bemerkenswerten Job gemacht"


London - Ein echter Klassiker aus dem Katastrophenfilm-Genre hat sich offenbar am Himmel über England zugetragen. Wie unter anderem der "Guardian" und "Sky News" berichten, war der Pilot einer Propellermaschine während des Fluges plötzlich schwer erkrankt. Es fiel nun dem einzigen Passagier an Bord zu, das Flugzeug zu landen - einem Mann, der offenbar keinerlei Flugerfahrung besaß.

Hilfe bei dem Notfall am Dienstagabend leistete laut BBC der Fluglehrer Roy Murray. Gemeinsam mit einem weiteren Trainer sei er zum Flughafen Humberside gerufen worden, um dem Laien am Steuerhorn der Maschine per Funk Instruktionen zu geben. Im vierten Anlauf gelang schließlich die Landung in Humberside: Dreimal polterte das Fahrwerk der Maschine laut Murray auf den Asphalt; schließlich habe sie mit der Nase aufgesetzt und sei zum Stehen gekommen.

Der Passagier habe einen "bemerkenswerten Job" gemacht, sagte Murray später laut BBC. "Er wusste nichts über das Flugzeug. Nicht einmal die Scheinwerfer waren angeschaltet, er flog also auch noch blind." Bei seinen Anweisungen habe Murray darauf geachtet, dass der Mann nicht in Panik gerate. Nach der gelungenen Landung sei im Kontrollraum Jubel ausgebrochen.

Laut "Guardian" ist der Pilot inzwischen gestorben. Woran er während des Fluges erkrankt war, ist bislang nicht bekannt. Auch zur Person des Passagiers gibt es keine genaueren Angaben. Gestartet waren die beiden offenbar zu einem Trainingsflug im 40 Kilometer entfernten Doncaster.

rls

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insgesamt 33 Beiträge
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Seite 1
Alfons Emsig 09.10.2013
1. Bin auch absoluter Laie
Aber ich denke, die eigentliche Heldentat haben die beiden Instruktoren geleistet, die dem unfreiwilligen Piloten so exakte und verständliche Anweisungen gegeben haben, dass die Landung gelingen konnte. Zudem ist es ihnen offenbar gelungen, ihm etwas von der Aufregung zu nehmen. Im übrigen bezweifle ich, dass diese Landung auch nur ein Quentchen leichter gefallen wäre mit eingeschalteten Scheinwerfern.
lscpilot 09.10.2013
2. Pinch Hitter
Für alle Freunde der allgemeinen Luftfahrt mit Leichtflugzeugen, die gern und oft Passagiere sind und nicht selber einen Pilotenschein erwerben wollen, gibt es in den meisten Flugschulen wie auch bei Vereinen die Möglichkeit einer Basisausbildung für den Notfall eines Ausfalls des Piloten. Ein solcher "Pinch Hitter" Kurs mach nicht nur großen Spass, er hilft im Fall des Falles Nerven zu bewahren und den Flieger einigermaßen sicher zu landen.
einuntoter 09.10.2013
3. Muss wohl
ein Ryanair Flug gewesen sein
mtz 09.10.2013
4. Pilot tot
Sie haben beim Abschreiben vom Guardian vergessen zu erwähnen, dass der Pilot mittlerweile verstorben ist.
damocles_ 09.10.2013
5. Üben
Muss mal wieder meinen Flugsimulator rauskramen... Das Wissen scheint also doch mal nützlich werden zu können. Bravo an den Passagier für die Landung.
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