Vorwürfe der sexuellen Belästigung Plácido Domingo verlässt New Yorker Met-Oper

Mehrere Frauen beschuldigen Plácido Domingo der sexuellen Belästigung. Am Mittwoch hätte der Startenor in der New Yorker Metropolitan Oper auftreten sollen - nun erklärt er seinen Rückzug.
Plácido Domingo im August in Ungarn: Laut Met hat er "zugestimmt, sich ab sofort von allen künftigen Produktionen zurückzuziehen"

Plácido Domingo im August in Ungarn: Laut Met hat er "zugestimmt, sich ab sofort von allen künftigen Produktionen zurückzuziehen"

Foto: Attila KISBENEDEK/ AFP

Nachdem ihm mehrere Frauen sexuelle Belästigung vorgeworfen haben, hat Plácido Domingo einen Tag vor einem geplanten Auftritt die New Yorker Metropolitan Oper verlassen. Er habe bei der Opernleitung um Entbindung von seinen Pflichten gebeten und werde nicht mehr an der Met auftreten, sagte Domingo in einer Mitteilung an die "New York Times"  ("NYT"). Die Oper bestätigte Domingos Rückzug.

Am Mittwochabend hätte Domingo zum ersten Mal seit Bekanntwerden der Vorwürfe wieder in einer "Macbeth"-Vorführung auf der Met-Bühne stehen sollen; es ist der Premierenabend der Aufführung. Schon im Vorfeld hatte es deswegen hinter den Kulissen Wirbel gegeben.

In der Erklärung schreibt Domingo nun laut "NYT", er weise die gegen ihn erhobenen Vorwürfe zwar zurück; zudem sei er besorgt über das gesellschaftliche Klima, in dem Menschen ohne angemessenen Prozess verurteilt werden. Er sei aber zu dem Schluss gekommen, dass sein Auftritt in der "Macbeth"-Aufführung von der harten Arbeit seiner Kollegen auf und hinter der Bühne ablenken würde. "Deshalb habe ich um meinen Rückzug gebeten, und ich danke der Met-Leitung dafür, dass sie meiner Bitte gnädigerweise nachgekommen ist."

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In der Mitteilung des Opernhauses klingt es hingegen danach, als sei Domingo gebeten worden, sich zurückzuziehen. Er habe "zugestimmt, sich ab sofort von allen künftigen Produktionen an der Met zurückzuziehen", zitiert die "NYT" aus der Erklärung.

Mehrere Sängerinnen hatten Domingo im Zuge der "MeToo"-Bewegung gegen sexistisches und sexuell übergriffiges Verhalten einflussreicher Männer teils Jahrzehnte zurückliegende Übergriffe vorgeworfen . Einige Opern und Orchester sagten daraufhin Auftritte Domingos ab. Andere halten weiter an dem spanischen Sänger fest.

aar/dpa