Polit-Promi-Trauung Sarkozy und Bruni haben geheiratet

Sie haben Ja gesagt: Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy und das Ex-Mannequin Carla Bruni sind seit heute Morgen ein Ehepaar. "Die Braut trug Weiß, sie war hinreißend, wie immer", schwelgte einer der wenigen Augenzeugen - die Medien blieben draußen.

Paris - Wochenlang wechselten sich Gerüchte und Halbwahrheiten ab, zuletzt war gar von Zweifeln Brunis an der Verbindung die Rede - jetzt haben sich die beiden getraut. Der Bürgermeister des achten Pariser Arrondissements, François Lebel, bestätigte in einem Radiointerview die Eheschließung.

Er selbst habe Sarkozy und Bruni im ersten Stock des Elysée-Palastes zu Mann und Frau erklärt. Bruni habe ein weißes Kleid getragen. "Der Bräutigam war auch nicht schlecht", sagte Lebel dem Sender "Europe 1".

Eine offizielle Bestätigung des Präsidentenpalastes gibt es bisher nicht. "Kein Kommentar", sagte ein Sprecher nur. Brunis Mutter Marisa Borini gab sich weniger zugeknöpft - auf Nachfrage der italienischen Nachrichtenagentur Ansa bestätigte sie die Eheschließung.

Trauzeuge für Sarkozy, 53, sei Nicolas Bazir gewesen, ein Manager des Luxuskonzerns LVMH, meldet der französische Radiosender RTL. Bruni, 40, habe als Trauzeugin Mathilde Agostinielli ausgewählt - eine Gefährtin noch aus Kindheitstagen und übrigens auch eine frühere Freundin von Sarkozys geschiedener Frau Cécilia.

Laut RTL ist ein für den Nachmittag geplanter Besuch Sarkozys auf einer Militärbasis in Creil kurzfristig abgesagt worden.

"Im Präsidentenflugzeug ist viel Platz"

Lebel sagte, neben dem Paar und den Trauzeugen seien auch Familie und Freunde zugegen gewesen. Er sprach von einem "Moment der familiären Intimität für die frisch Vermählten", lobte die "große Schlichtheit" der Zeremonie und "die offenkundig große Zuneigung zwischen den beiden Partnern".

Sarkozy und die italienischstämmige Bruni sind seit November zusammen. Nur einen Monat zuvor war die Ehe von Sarkozy und seiner zweiten Frau geschieden worden. Bruni war früher unter anderem mit den Rockstars Eric Clapton und Mick Jagger, dem französischen Politiker Laurent Fabius, dem Schauspieler Vincent Perez sowie dem US-Immobilienunternehmer Donald Trump liiert. Aus einer früheren Beziehung hat sie einen Sohn. Sarkozy hat aus seiner ersten Ehe zwei erwachsene Söhne und einen weiteren Sohn von seiner Ex-Frau Cécilia.

"Mich haut das nicht vom Stuhl - ich finde das sehr lustig"

Flitterwochen wird es erst einmal nicht geben. Seine nächste offizielle Reise führt Sarkozy schon am Montag nach Rumänien. Er will dort zusammen mit seinem rumänischen Kollegen Traian Basescu eine bilaterale Erklärung über "strategische Partnerschaft" unterzeichnen. Ob Bruni ihn begleitet, war unklar. Frankreichs Botschafter in Bukarest habe gesagt, dies sei zunächst nicht geplant gewesen. Doch "im Präsidentenflugzeug ist viel Platz", berichtete der rumänische Sender "Realitatea TV".

Durch Zufall war Bernadette Chirac, die Frau von Sarkozys Vorgänger Jacques Chirac, heute in einem RTL-Studio und wurde dort mit der Nachricht konfrontiert. Sie sagte: "Ich richte alle meine guten und wärmsten Glückwünsche an diese neue Verbindung. Sie ist sehr, sehr schön, und ich weiß, dass sie zusammen sehr, sehr glücklich sind."

Auf die Frage, "Haut sie die Nachricht vom Stuhl?" sagte die frühere First Lady: "Mich haut das nicht vom Stuhl. Ich finde das sehr lustig. Eine Hochzeit im Elysée, das ist großartig."

Einen öffentlichen Rat wollte Frau Chirac der neuen ersten Dame im Staate Frankreich nicht erteilen: "Ich kenne sie gar nicht, Wenn ich Gelegenheit hätte, sie zu treffen, würde ich ihr vielleicht ein paar kleine Dinge sagen, falls sie es wünscht. Aber bestimmt nicht über RTL."

itz/hmk/AFP/Reuters/AP

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