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LSBTI Politiker fordern Schutz für queere Menschen in Afghanistan

aus DER SPIEGEL 34/2022

Politiker und Verbände kritisieren, die Bundesregierung lasse homosexuelle und transgeschlechtliche Personen in Afghanistan allein. Die Situation sei »katastrophal«, sagt Patrick Dörr, Bundesvorstand des Lesben- und Schwulenverbandes Deutschland. Partner vor Ort berichteten von »Gewalt und Folter in Spezialgefängnissen der Taliban sowie systematischer Verfolgung«. Um eine Aufnahmezusage aus Deutschland zu erhalten, müssen Personen derzeit nachweisen, dass sie sich durch ihre Tätigkeit vor der Machtübernahme der Taliban exponiert haben. »Da Homosexualität schon vorher mit mehrjährigen Haftstrafen geahndet wurde und es keine offiziellen LSBTI-Organisationen gab, schließt dieses Kriterium LSBTI faktisch aus«, erklärt Dörr. Kritik daran kommt auch aus der Politik. »Es ist nicht hinzunehmen, dass Deutschland besonders gefährdete Personen nicht unterstützt«, sagt Jürgen Lenders, queerpolitischer Sprecher der FDP. Der Queer-Beauftragte der Regierung Sven Lehmann (Grüne) erklärt, er stehe mit Auswärtigem Amt (AA) und Innenministerium in Kontakt, queere Personen sollten »zügig eine Aufnahmezusage bekommen.« Aus dem AA heißt es, ein Aufnahmeprogramm, »das sich auf besonders gefährdete Menschen in Afghanistan fokussiert«, sei noch in Arbeit.

DER SPIEGEL 34/2022, Seite 10

Kontakt: sophie.garbe@spiegel.de

SOG
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