Polizeieinsätze am Wochenende Mit dem Hubschrauber gegen die Menschenmassen auf dem Eis

Trotz aller Warnungen haben sich am Wochenende Tausende Menschen auf zugefrorenen Gewässern getummelt. Diskussionen löste der Einsatz eines Polizeihubschraubers in Berlin aus.
Müggelsee in Berlin: Polizeihubschrauber im Einsatz

Müggelsee in Berlin: Polizeihubschrauber im Einsatz

Foto: Christian Kielmann / imago images/Christian Kielmann

Eiskaltes Winterwetter mit blauem Himmel und viel Sonnenschein hat am Wochenende viele Menschen vor die Haustür gelockt – für Spaziergänge oder zum Rodeln. Manche waren jedoch sehr unvorsichtig: In Berlin etwa nutzten einige die Gelegenheit, um sich aufs Eis vorzutasten, wie etwa im Südwesten der Hauptstadt auf der Krummen Lanke und auf dem Schlachtensee.

Polizei und Feuerwehr haben allerdings ausdrücklich vor dem Betreten von Eisflächen gewarnt. Sonnenstrahlen und Wasserströmungen könnten auch vermeintlich festes Eis brüchig und instabil werden lassen.

Mehrfach war die Polizei am Wochenende mit einem Hubschrauber im Einsatz – etwa am Sonntagnachmittag über dem Müggelsee, wo laut Polizei erneut mehrere Hundert Menschen auf dem Eis unterwegs waren und auf Ansprachen vom Ufer aus nicht reagiert hatten.

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Schon am Freitag und Samstag war der Hubschrauber demnach aus gleichem Anlass über den Müggelsee geflogen. Auch über der Rummelsburger Bucht in Friedrichshain und über dem Weißen See im Ortsteil Weißensee kreiste er später und warnte zahlreiche Menschen, die zum Teil auch mit Fahrrädern und Schlitten auf dem Eis unterwegs waren.

Für Diskussionen sorgte ein auf Twitter veröffentlichtes Video des Hubschraubereinsatzes über dem Weißen See. In dem Tweet wird der Polizei rücksichtsloses und verantwortungsloses Verhalten vorgeworfen.

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Nach Angaben eines Polizeisprechers vom Sonntag fliegt der Hubschrauber los, wenn Hinweise auf Verstöße oder Notfälle eintreffen.

Dass die Warnungen angebracht waren, zeigte sich am Samstag, als auf dem Schlachtensee gleich mehrere Menschen im Eis einbrachen. Sie konnten sich nach Angaben eines Feuerwehrsprechers allerdings selbst retten.

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An einer Stelle auf dem Schlachtensee brach das Eis am Samstag nach Polizeiangaben, als sich ein Vater und sein einjähriges Kind darauf bewegten. Sie kamen per Rettungswagen zur Kontrolle in ein Krankenhaus, seien aber wohlauf.

Bei zwei Männern hielt das Eis unweit der Fischerhüttenstraße nicht. »Sie standen knietief im Wasser«, sagte ein Sprecher der Feuerwehr. Die Männer erlitten demnach keine Verletzungen.

Hunderte Polizeieinsätze in Hamburg

Am Wochenende hatten Feuerwehr, Polizei und die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) auch in Hamburg viel zu tun: Sie mussten immer wieder unvorsichtige Menschen vom Eis holen und vor den Gefahren warnen. »Wir hatten über 50 Einsätze, die mit dem Betreten der Eisflächen oder Stürzen auf glattem Untergrund in Verbindung standen«, sagte ein Feuerwehrsprecher.

Ein akuter Notfall, bei dem jemand eingebrochen ist, sei nicht dabei gewesen. »Aber wir mussten sehr oft die Leute präventiv ansprechen, um genau das zu verhindern.«

Gleichzeitig ärgert sich die Feuerwehr über die Leichtsinnigkeit vieler Menschen. »Es ist überhaupt nicht nachzuvollziehen, warum erwachsene Menschen mit Kinderwagen über Eisflächen laufen, die gesperrt sind. Damit gefährden sie nicht nur ihr eigenes Leben, sondern auch das der Einsatzkräfte. Das ist schon sehr fragwürdig.«

Hamburg: Die Polizei patrouillierte auch zu Pferd an der Alster

Hamburg: Die Polizei patrouillierte auch zu Pferd an der Alster

Foto: Georg Wendt / dpa

Bei der Hamburger Polizei liefen indes noch viel mehr Einsätze auf. Allein rund um die Binnen- und Außenalster schritt die Polizei am Wochenende mehr als 500-mal ein und holte so etwa 3500 Menschen vom Eis, wie ein Polizeisprecher sagte. »Bis auf wenige Ausnahmen verhielten sich die angesprochenen Menschen einsichtig.«

Neben zahlreichen Einsatzkräften der Wasserschutzpolizei, der Bereitschaftspolizei und der angrenzenden Polizeikommissariate waren den Angaben zufolge auch die Reiterstaffel und der Polizeihubschrauber im Einsatz.

Der Polizei lagen genau wie bei der Hamburg Feuerwehr keine größeren gefährlichen Notfälle vor. Lediglich am Samstagnachmittag sei ein 15-jähriges Mädchen auf dem Leinpfadkanal eingebrochen und von Passanten aus dem Wasser gezogen worden, hieß es.

Tausende Menschen auf dem Steinhuder Meer

In Hannover hat das zugefrorene Steinhuder Meer am Wochenende ebenfalls Tausende Besucher angelockt. Nach Polizeiangaben waren im Bereich Steinhude am Sonntagmittag knapp 3000 Besucher auf dem Eis, auf der Mardorfer Seite weitere tausend.

Eltern zogen demnach ihren Nachwuchs auf dem Schlitten über das zugefrorene Meer, Sportler waren mit Mountainbikes auf der Eisfläche unterwegs.

Hannover: Die Feuerwehr kontrollierte mit einem Luftkissenboot die Eisfläche auf dem Steinhuder Meer

Hannover: Die Feuerwehr kontrollierte mit einem Luftkissenboot die Eisfläche auf dem Steinhuder Meer

Foto: Moritz Frankenberg / dpa

Die Behörden warnten jedoch vor dem Betreten der Eisfläche: Die Eisdecke auf dem Steinhuder Meer sei nicht tragfähig. Polizei, Feuerwehr und DLRG waren vor Ort, ein Polizeihubschrauber flog über das Steinhuder Meer. Die Feuerwehr war unter anderem mit einem Luftkissenboot im Einsatz.

Bereits am Samstag war die Polizei rund acht Stunden an dem Gewässer im Einsatz, um unter anderem auf die Corona-Abstandsregeln zu achten. Gegen Mittag hätten sich knapp 450 Menschen auf dem Steinhuder Meer aufgehalten, die Mindestabstände seien aber meist eingehalten worden.

Steinhuder Meer: Dieser Polizist war auf Schlittschuhen unterwegs, um unter anderem auf die Corona-Abstandsregeln zu achten

Steinhuder Meer: Dieser Polizist war auf Schlittschuhen unterwegs, um unter anderem auf die Corona-Abstandsregeln zu achten

Foto: Moritz Frankenberg / dpa

Im Dauereinsatz war auch die Polizei in Bremen: Immer wieder holten die Einsatzkräfte am Werdersee, Vahrer See, Wallgraben oder Hollersee Kinder und Erwachsene vom Eis. Die Beamten warnten vor dem Betreten der Eisflächen, diese seien zu dünn und nicht tragfähig, es bestehe Lebensgefahr.

Grundsätzlich seien derzeit keine Eisflächen freigegeben, sagte eine Polizeisprecherin. Zudem achteten die Beamten am Bremer Osterdeich auf die Einhaltung der Corona-Regeln, nahe dem Weserstadion hielten sich am Samstag bis zu tausend Menschen auf.

wit/dpa
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