kurz & krass - Best-of Straßenverkehr 2017 Auto im Bahntunnel - Frau fährt 500 Meter über Gleise


Eine Autofahrerin in Bielefeld auf Abwegen, ein Großvater als "menschliche Anhängerkupplung" und ein Sturz in eine Güllegrube: Hier sind die kuriosesten Verkehrsmeldungen des Jahres.

Fahrschüler setzt Auto gegen Wand - Lehrer war betrunken

Das fängt ja gut an: Im nordrhein-westfälischen Drensteinfurt ist ein Fahrschüler im Februar mit dem Auto gegen eine Hauswand geprallt. Sein Fahrlehrer saß betrunken neben ihm.

Der 17-Jährige kam laut Polizei in einer Kurve von der Straße ab. Der Fahrlehrer konnte nicht mehr rechtzeitig eingreifen. Die beiden Insassen wurden nicht verletzt. Während der Unfallaufnahme stellten Polizisten Alkoholgeruch in der Atemluft des Fahrlehrers fest. Ein Alkoholtest bestätigte die Vermutung. Die Beamten stellten Führer- und Fahrlehrerschein des 57-Jährigen sicher.


Auto im Bahntunnel - Frau fährt in Bielefeld 500 Meter über Gleise

Auto in Bielefelder Stadtbahntunnel (Februar 2017)
DPA

Auto in Bielefelder Stadtbahntunnel (Februar 2017)

Diese Autofahrerin war ziemlich neben der Spur: In Bielefeld kam eine 52-Jährige mit ihrem Wagen von der Straße ab - und fuhr tief in einen Stadtbahntunnel hinein. Sie stoppte erst nach 500 Metern.

Laut Polizei gab die Frau an, geblendet worden zu sein und daher ihren Wagen gegen 5.40 Uhr am frühen Morgen versehentlich auf die Gleise gesteuert zu haben. Ein Rätsel für die Ermittler blieb jedoch, warum sie - trotz Beschädigungen am Auto - noch so lange weiterfuhr, ehe sie anhielt, ausstieg, den Tunnel über einen Notausgang verließ und die Polizei verständigte.

Erst dreieinhalb Stunden später konnten die Bahnen den Angaben zufolge auf dem Streckenabschnitt wieder fahren. So lange dauerte es, bis Polizei, Feuerwehr, ein Abschleppdienst und der Bahnbetreiber das Auto mithilfe eines Spezialfahrzeugs aus dem Tunnel geborgen hatten. "Wir haben wirklich schon viel gesehen, aber so etwas habe ich auch noch nicht erlebt", sagte ein Feuerwehrsprecher.

Die Autofahrerin habe weder unter Alkohol- noch unter Drogen- oder Medikamenteneinfluss gestanden, teilte die Polizei mit. Sie habe auch keinen verwirrten Eindruck gemacht und sei bei dem Vorfall unverletzt geblieben.


Neunjähriger macht nächtliche Spritztour mit Mamas Auto

Beinahe wäre dieser nächtliche Ausflug unbemerkt geblieben: Mit dem Auto seiner Mutter unternahm ein Neunjähriger in Nordrhein-Westfalen eine Spritztour. Der Junge griff sich den Angaben der Siegener Polizei die Wagenschlüssel und fuhr durch den Kreis Wittgenstein.

Nur wegen eines Unfalls fiel die Spritztour später auf. Laut Polizei rammte das Kind ein geparktes Auto. Dabei verlor der Junge das vordere Kennzeichen. Als die Beamten später bei Mutter und Sohn zu Hause auftauchten, schliefen beide. "Vor dem Haus stand allerdings - schön eingeparkt - der unfallbeschädigte beziehungsweise unfallflüchtige Pkw", hieß es im Polizeibericht.


Jungs fahren im selbst gebauten Wagen durch Kierspe

Selbst gebautes Gefährt steht in Kierspe
DPA

Selbst gebautes Gefährt steht in Kierspe

In einem Gefährt Marke Eigenbau sind zwei 13 und 14 Jahre alte Jungen durch das sauerländische Kierspe geknattert. Ihr Antrieb: ein Rasenmähermotor mit fünf PS unter der Haube. Eine Streife beendete die verbotene Spritztour auf einem Baumarkt-Parkplatz.

Die Jungen gaben laut Polizei an, den Wagen selbst zusammengeschweißt zu haben, inklusive Brems- und Kuppelpedal. Die Lenkstange stammt aus einem alten Auto und funktioniert falsch herum: Wer nach rechts lenkt, fährt nach links und umgekehrt.


22-Jähriger stürzt mit Auto in Güllegrube

Auto in der Grube
DPA

Auto in der Grube

Im Frühjahr landete ein junger Autofahrer in einer Güllegrube im bayerischen Markt Erlbach. Er war mit überhöhter Geschwindigkeit von der Straße abgekommen, wie die Polizei mitteilte.

Laut "Münchner Merkur" durchbrach der Wagen des 22-Jährigen einen Zaun zum Grundstück eines Bauern. Dort schlitterte das Fahrzeug noch 50 Meter weiter, bevor es kopfüber in die etwa drei Meter tiefe Grube fiel. Der Eigentümer hatte den Behälter wenige Tage vorher größtenteils geleert, sodass die Gülle nur noch etwa 40 Zentimeter hoch stand. Der Fahrer konnte sich selbst aus dem Wrack befreien.


Großeltern ziehen Säugling im Kinderwagen hinter ihrem Auto her

Kinderwagen hinter Auto hergezogen
Kreispolizeibehörde Herford

Kinderwagen hinter Auto hergezogen

Das Verhalten dieser Verkehrsteilnehmer überraschte selbst erfahrene Polizeibeamte: Ein älteres Ehepaar spannte seinen zwei Monate alten Enkel im Kinderwagen hinter ein Auto - und fuhr so Ende April im nordrhein-westfälischen Löhne spazieren.

Der 71 Jahre alte Großvater saß laut Polizei bei geöffneter Heckklappe im Kofferraum des Kombis. Dabei hielt er als "menschliche Anhängerkupplung" die Lenkstange des Kinderwagens fest. Seine 63-jährige Ehefrau steuerte das Auto in langsamer Fahrt durch den Stadtteil Uhlenburg - bis eine zufällig entgegenkommende Polizeistreife das Gespann stoppte.

Das quittierte der Säugling den Angaben zufolge übrigens mit lautem Gebrüll. "Nicht geklärt ist, ob dieser ungewöhnliche Transport zur Beruhigung des Säuglings oder der Erleichterung des Großvaters beim Spaziergang diente", hieß es in der Polizeimitteilung.


Viagra-Konsum treibt Autofahrer zu Unfallflucht

In Bayern beging ein Mann im Juni Unfallflucht. Seine Begründung: Nach der Einnahme von Potenzmitteln habe er es extrem eilig gehabt. Er habe "ein bisschen Spaß" haben wollen und vor einem Bordellbesuch auf einem Parkplatz Viagra mit mehreren Flaschen Bier eingenommen, sagte der 58-Jährige laut Polizei.

Beim Ausparken stieß er in der Nähe von Landshut mit seinem Wagen an ein anderes Fahrzeug. Trotzdem fuhr er weiter zum Freudenhaus. Dort stöberte die Polizei ihn auf und nahm ihn fest. Den bereits bezahlten Liebeslohn habe er nicht zurückbekommen, so der Mann.


18-Jährige versenkt Auto in Pool

Auto in Pool
DPA/ Polizei Bogen

Auto in Pool

Eine Fahranfängerin landete im Sommer mit einem Auto in einem Schwimmbecken im bayerischen Niederwinkling. Die junge Frau hatte sich vermutlich erschrocken und das Lenkrad herumgerissen. Wie die Polizei mitteilte, geschah der Unfall, als ein anderer Autofahrer an einer Kreuzung abbiegen wollte.

Die 18-Jährige fuhr auf ein Privatgrundstück, zwischen Hecke und Hausmauer hindurch geradewegs in den Swimmingpool. Die Insassen des anderen Autos eilten zur Hilfe, während der Wagen bereits im Wasser versank. Die Fahrerin und der 17 Jahre alte Beifahrer erlitten leichte Verletzungen. Mit einem Kran wurde das Auto am nächsten Morgen aus dem Wasser gezogen.


Sexpuppe verdeckt Radarfalle

Sexpuppe vor Blitzer
Polizei

Sexpuppe vor Blitzer

Im Saarland verdeckten Unbekannte im September eine Radarfalle mit einer Sexpuppe. Sie platzierten die Puppe direkt vor dem Kameraschacht des Blitzers in Dillingen.

Die Polizei teilte mit, sie streite eine "gewisse Originalität des Sachverhalts" nicht ab. Dennoch sei es eine Straftat, eine Geschwindigkeitsmessanlage unbrauchbar zu machen.


Zugedröhnter Jungbauer tuckert mit Trecker über die A1

Trecker mit Heuwender auf der A1
DPA/Polizei Rotenburg

Trecker mit Heuwender auf der A1

Einer Polizeistreife fiel im Herbst auf der Autobahn 1 in Niedersachsen ein Traktor mit Heuwender auf. Am Steuer saß ein junger Landwirt. Fahrtüchtig war der 18-Jährige offensichtlich nicht.

Die Beamten hätten das mit Tempo 50 über die Autobahn tuckernde landwirtschaftliche Fahrzeug bei Sottrum zwischen Bremen und Hamburg gestoppt, teilte die Polizei mit. Bei der Kontrolle des Gespanns sei der Grund für das Verhalten des Fahrers "schnell klar" geworden. Ein Drogentest zeigte: Er stand unter dem Einfluss des Marihuanawirkstoffs THC und von Opiaten.

wit



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