Polizeiübergriff auf schwarzen Jugendlichen "Sie packten ihn an wie einen Crash Test Dummy"

Der 16-jährige Donovan hat einen Hör- und Sprachfehler. Seine Cousine sagt, er sei immer ein stilles Kind gewesen. "Er ist ruhig und belästigt niemanden." Am vergangenen Samstag wurde eben dieser Junge aus Inglewood, einem Vorort der Metropole Los Angeles, von einem Polizisten zusammengeschlagen.

Los Angeles - Amerika ist schockiert. CNN strahlte am Montag einen Amateurvideofilm aus, der zeigt, wie brutal die amerikanische Polizei handeln kann: Beamte schlagen den Kopf eines jungen Schwarzen auf den Kofferraum ihres Einsatzfahrzeuges.

Die Polizei behauptet, der Junge habe einen Beamten angegriffen, deshalb sei man so hart gegen ihn vorgegangen. Stimmt nicht, sagt Donovan Jackson. Gegenüber dem amerikanischen Fernsehsender CNN erklärte der Teenager, er habe sich nur eine Tüte Kartoffelchips gekauft, sei dann zum Wagen seines Vaters zurückgekehrt und habe den Anweisungen der Polizisten Folge geleistet, die mit dem Vater über die abgelaufene Zulassung des Autos diskutierten.

Was wirklich zum Angriff der Uniformierten führte, kann auch das Video nicht klären. Der Hobbyfilmer Mitchell Crooks - der die Szene zufällig aus einem Gebäude auf der anderen Straßeseite beobachtete - hatte seine Kamera erst eingeschaltet, als die Beamten dem Teenager die Handschellen anlegten.

"Ich sah, wie sie ihn anpackten, als sei er ein Crash Test Dummy," sagte Crooks. "Der Polizist trug ihn zum Wagen und schlug ihn mit aller Gewalt." Der Junge habe benommen gewirkt, erzählte Crooks weiter. Trotzdem glaubte der Amateurfilmer nach eigener Aussage an eine ganz normale Festnahme in Los Angeles.

Der Vater des Opfers nannte die Tat rassistisch motiviert. Sein Sohn wache seit den Übergriffen nachts schreiend auf. Donovan habe jetzt Angst vor der Polizei und sogar Angst davor, allein auf die Straße zu gehen. Einer der Beamten habe seinem Vater Chavis gedroht: "Du gehst in den Knast, Nigger. Wir haben schon deinem Sohn den Hintern versohlt und jetzt schicken wir dich in den Knast."

Am Montag war Donovan Jackson erstmals vor die Kameras getreten. Die Verletzungen, die sich der 16-jährige bei dem brutalen Angriff zugezogen hatte, waren noch immer deutlich sichtbar. Die Polizisten hatten ihn mit der Kette, die er um den Hals trug, gewürgt und ihm ins Gesicht geschlagen. Sein linkes Auge war blutunterlaufen.

Eve Irvine, die Sprecherin der Polizei von Inglewood, sagte bei einer Pressekonferenz, die Angelegenheit werde sehr ernst genommen. Der Beamte, der Donovan Jackson zusammengeschlagen hatte, wurde am Montag vom Dienst suspendiert. Gegen ihn läuft ein Ermittlungsverfahren.

Steve Jauch, stellvertretender Sheriff von Inglewood, bestreitet die Relevanz der Hautfarbe bei der Verkehrskontrolle. "Die Rasse hatte nichts damit zu tun. Es ist uns strengstens untersagt, Menschen wegen ihrer Hautfarbe zu kontrollieren."

Andres Meija sieht das anders: Er beobachtete aus nur wenigen Metern Entfernung die Szene. Gegenüber der "Los Angeles Times" sagte er, er könne nicht verstehen, warum die Polizisten dies getan hätten. Der Junge habe sich nicht wehren können. "Es war einfach nur rachsüchtig und rassistisch."

Für den Anwalt von Donovan Jackson, Joe Hopkins, ist die Sache klar. Sein Mandant hat die Polizisten nicht provoziert. Er erklärte im Interview mit CNN, dass einzige Verbrechen, das sein Klient begangen habe, sei das Bezahlen des Benzins zur falschen Zeit am falschen Ort.

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