Pornoskandal Vatikan macht Priesterseminar St. Pölten dicht

Das Priesterseminar im österreichischen St. Pölten, das wegen eines Pornoskandals in die Schlagzeilen geraten war, ist geschlossen worden. Der zuständige päpstliche Ermittler sagte, es sei ein "völliger Neuanfang" nötig.


Kurt Krenn: "Zu wenig auf Auswahlkriterien geachtet"
DPA

Kurt Krenn: "Zu wenig auf Auswahlkriterien geachtet"

Wien - Der Gesandte des Vatikans, Bischof Klaus Küng, sprach von "schwer wiegenden Fehlentwicklungen" in dem Seminar. Einige der Studenten hätten geradezu "suchtartig" Pornobilder aus dem Internet heruntergeladen. Nach Küngs Ansicht haben die Verantwortlichen in St. Pölten in den vergangenen Jahren "zu wenig auf die erforderlichen Auswahlkriterien geachtet".

Die Polizei hatte bei der Untersuchung von Computern des Seminars im März und Juni Zehntausende von pornografischen Bildern entdeckt. Darunter befanden sich auch zahlreiche Kinderpornos. Gegen einen der 40 Priester-Studenten soll schon in Kürze ein Verfahren eröffnet werden.

Priesterseminar St. Pölten: Mit sofortiger Wirkung geschlossen
AP

Priesterseminar St. Pölten: Mit sofortiger Wirkung geschlossen

Im Zusammenhang mit dem Skandal hatte der Vatikan den umstrittenen Bischof der Diözese, Kurt Krenn, auf unbestimmte Zeit entmachtet. Der Papst entzog Krenn am 20. Juli die Verantwortung über die Ermittlungen und übertrug die Aufgabe Küng, der gleichzeitig Bischof von Feldkirch (Vorarlberg) ist. Beobachter rechnen damit, dass der 68-jährige Krenn sich nicht mehr auf dem Bischofsstuhl wird halten können.



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