Porträt Marc Wallert "Beliebt, engagiert und smart"

Der vor viereinhalb Monaten zusammen mit seinen Eltern von einer malaysischen Ferieninsel verschleppte Marc Wallert hat die Geiselhaft eher unauffällig überstanden. Auch Freunde und Nachbarn beschreiben den 27-Jährigen als ruhig und ausgeglichen.

Nur einmal flehte er in einem Interview mit einer Reporterin des US-amerikanischen Fernsehsenders CNN: "Ich will hier nicht sterben, bitte helft uns." Da es keine großen Aktivitäten oder intellektuelle Abwechslung gäbe, vertreibe er sich die Zeit mit kleinen Spaziergängen, hatte er berichtet. Im Lager galt er als ruhig und besänftigend. Dort feierte er auch seinen 27. Geburtstag.

Im Jahrgangsbuch des Göttinger Theodor-Heuss-Gymnasiums steht über den Abiturienten Marc Wallert, Australien und Asien seien seine Lieblingsregionen, die er bereits bereist habe oder noch kennen lernen wolle. Sein schönstes Schulerlebnis sei eine Klassenreise nach Florenz gewesen. Als Hobby gab er das Tauchen an. Gemeinschaftskunde und Biologie waren seine Lieblingsfächer, in denen er auch Leistungskurse belegt hatte.

Zum Gesang und zur Gitarre seines Vaters spielt er in der Lehrerband des Theodor-Heuss-Gymnasiums Schlagzeug. Er sei der Schwarm vieler junger Mädchen gewesen, erzählen Klassenkameraden und Nachbarn und beschreiben ihn als "beliebt, engagiert und smart".

Nach der Schule studierte Marc Wallert zunächst in Hannover Soziologie, berichten Mitstudenten. Danach sei er ins Wirtschaftsfach gewechselt und habe seine Studien an den Universitäten Rotterdam, Paris und Saarbrücken mit dem "Master"-Titel abgeschlossen. Vor seinem Horror-Urlaub arbeitete er mehrere Monate lang in einer Unternehmensberaterfirma in Luxemburg.

Im elterlichen Haus in Göttingen-Geismar gibt es noch sein altes Kinderzimmer, berichtet eine Nachbarstochter. "Er kam fast jeden Monat an einem Wochenende nach Hause, um seine Eltern, seinen Bruder Dirk und seine Göttinger Freunde zu besuchen."

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