Portugal Brände zerstören rund 70 Quadratkilometer Wald

Seit dem Wochenende wüten mehrere Waldbrände im Zentrum Portugals. Zwar sind inzwischen einige unter Kontrolle, aber wegen der anhaltenden Trockenheit und des Windes ist die Gefahr weiter hoch.

Sergio Azenha / AP / DPA

Schwere Waldbrände haben im Inneren Portugals innerhalb von zwei Tagen mindestens rund 70 Quadratkilometer des natürlichen Lebensraums zerstört. Das berichteten portugiesische Medien unter Berufung auf das europäische Waldbrandinformationssystem EFFIS.

Mehr als 1000 Feuerwehrleute bekämpfen seit dem Wochenende die Flammen an zwei Hauptfronten in Portugal. Es wurden dabei mehr als 300 Fahrzeuge und insgesamt 17 Flugzeuge und Hubschrauber eingesetzt. Die Flammen in den besonders stark betroffenen Kreisen Vila de Rei, Mação und Sertã seien zu 90 Prozent unter Kontrolle gebracht worden, sagte ein Sprecher des Zivilschutzes. Die Gebiete liegen rund 200 Kilometer nordöstlich von Lissabon.

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Fotostrecke: Feuerwehrleute kämpfen in Portugal gegen die Flammen

Die zerstörte Fläche des Waldes entspricht rund 70 Prozent der Nordseeinsel Sylt. Der Sprecher des Zivilschutzes sagte, dass die Gefahr aufgrund der hohen Temperaturen von bis zu 39 Grad und der Winde, die wieder stärker werden sollten, noch längst nicht gebannt sei.

Spanien kündigte am Montag die Entsendung von zwei Löschflugzeugen zur Unterstützung des Nachbarlandes an. Eine Sprecherin des portugiesischen Nationalen Rettungsdienstes INEM teilte mit, bei den Waldbränden seien insgesamt zwölf Menschen verletzt worden, vor allem Feuerwehrmänner.

Präsident Marcelo Rebelo de Sousa hatte am Wochenende alle Termine abgesagt, um die Brandbekämpfung zu verfolgen. Die Flammen loderten nur rund 20 Kilometer vom Kreis Pedrógão Grande entfernt, wo im Juni 2017 bei Bränden mehr als 60 Menschen ums Leben gekommen waren. Es war die schlimmste Katastrophe in der jüngeren Geschichte Portugals.

kko/dpa



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