Präsidenten-Kult Sarkozy zieht gegen Voodoo-Puppe vor Gericht

Sie trägt sein Gesicht und kann mit zwölf Nadeln malträtiert werden: Der französische Präsident Nicolas Sarkozy ist wenig amüsiert über eine Voodoo-Puppe mit seinem Konterfei. Der Zauber soll vom Markt verschwinden - per Gerichtsbeschluss.

Paris - Der französische Präsident Nicolas Sarkozy zieht gegen einen Verlag vor Gericht, der eine Voodoo-Puppe mit dem Ebenbild des Staatschefs verkauft. Sarkozy will in einem Schiedsverfahren gegenüber der Gesellschaft K&B Editions erreichen, dass die Puppe zurückgezogen wird, wie aus Akten des Pariser Landgerichts hervorgeht.

Voodoo-Sarko: Nadelstiche für ein Ende des bösen Zaubers

Voodoo-Sarko: Nadelstiche für ein Ende des bösen Zaubers

Foto: AFP

K&B hat die Sarkozy-Puppe mit Voodoo-Anleitung und zwölf beigelegten Nadeln seit Anfang Oktober für 12,95 Euro im Programm. Dank der "ausgebrüteten Zauber" eines Voodoo-Spezialisten könnten die Käufer Sarkozy "daran hindern, noch mehr Schaden anzurichten", heißt es in der Werbung für das Produkt.

Der Verlag vertreibt auch eine ähnliche Puppe zu der gescheiterten sozialistischen Präsidentschaftskandidatin Ségolène Royal. Auf die Körper der Puppen sind dabei bekannte Sprüche der Politiker gedruckt, die sich im Mai 2007 einen Zweikampf um das höchste Staatsamt lieferten.

Im Falle Sarkozys finden sich unter anderem "Mehr arbeiten, um mehr zu verdienen" auf der Puppe, zudem sein "Gesindel"-Vorwurf an Vorstadt-Jugendliche und der Ausruf "Hau ab, Du Blödmann" an einen Besucher der Pariser Agrarmesse, der ihm nicht die Hand schütteln wollte. Auf Royals Ebenbild stehen unter anderem ihr Ausspruch "Es lebe das freie Québec" und ihr Lob der "chinesischen Justiz".

Der Verlag kritisierte die Forderung nach einem Verkaufsstopp als "vollkommen unverhältnismäßig". Er verwies dabei auf den "spielerischen und humorvollen Charakter" des beiliegenden Handbuchs. K&B Editions hat von Sarkozy 20.000 Exemplare herstellen lassen, von Royal 12.000. Eine Anhörung zu dem Fall wurde vor dem Gericht für Freitagnachmittag angesetzt.

han/AFP

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