Abgehörte Telefonate, Bestechung von Polizisten Prinz Harry, Elton John und Liz Hurley verklagen Zeitungsverlag

Britische Promis haben Klage gegen einen Zeitungsverlag eingereicht. Dieser soll auf kriminelle Weise in die Privatsphäre der Kläger eingegriffen haben. Das Unternehmen nennt die Vorwürfe »absurd«.
Prinz Harry und Elton John auf der Welt-Aids-Konferenz in Amsterdam im Jahr 2018

Prinz Harry und Elton John auf der Welt-Aids-Konferenz in Amsterdam im Jahr 2018

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ROBIN UTRECHT/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Prinz Harry (38), Elton John (75), Liz Hurley und weitere britische Prominente haben eine gemeinsame Klage gegen den Verlag der »Mail on Sunday« und der »Daily Mail« eingereicht. Dabei geht es um mutmaßliche Eingriffe in die Privatsphäre der Kläger, wie unter anderem der »Guardian«  berichtet.

Die Gruppe habe »überwältigende und äußerst verstörende Beweise, dass sie Opfer einer fruchtbaren kriminellen Aktivität und schwerer Verletzungen der Privatsphäre wurden«, heißt es demnach in einer Erklärung der Anwaltskanzlei Hamlins.

Unter anderem sollen den Klägern zufolge Privatdetektive im Auftrag der Journalisten Abhörgeräte in Autos und Wohnungen installiert haben. Darüber hinaus sollen auf unrechtmäßige Wege gesundheitliche und finanzielle Informationen der Kläger erlangt worden sein. Es seien auch Polizisten bestochen worden.

Könnte »Spitze des Eisbergs sein«

Auch Elton Johns Ehemann David Furnish und die britische Schauspielerin Sadie Frost gehören zu den Klägern. Laut der Anwaltskanzlei könnten die bisher bekannten Fälle »nur die Spitze des Eisbergs« sein, viele weitere Opfer könnten noch bekannt werden.

Der beklagte Verlag, Associated Newspapers Limited (ANL), wies die Anschuldigungen umgehend zurück und sprach von »absurden Verleumdungen«. Es handle sich um einen geplanten und orchestrierten Versuch, die »Mail«-Titel in den Abhörskandal hineinzuziehen.

Vor mehr als zehn Jahren wurden die britischen Medien von einem massiven Skandal um abgehörte Telefone und anderweitig illegal erlangte Informationen von Prominenten und Verbrechensopfern erschüttert. Im Zentrum stand damals die 2011 eingestellte Wochenzeitung »News of the World«, die zu dem mit der ANL konkurrierenden Imperium von Medienmogul Rupert Murdoch gehörte.

svs/dpa
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