Prinzengeburtstag William feiert jenseits von Afrika

Sein Glück, dass ganz Großbritannien mit Harry Potter beschäftigt ist. So kann Prinz William weitgehend unbehelligt und ohne Staatsakt auf Schloss Windsor seinen 21. Geburtstag feiern - ganz im "kleinen Kreis": Nur die engsten 300 Freunde sind geladen.


Das offizielle Geburtstagsfoto aus dem Buckingham Palace
REUTERS

Das offizielle Geburtstagsfoto aus dem Buckingham Palace

London- Bei der Party wird eine Garderobe entsprechend dem Thema "Jenseits von Afrika" erwartet. In Interviews sagte William, der mit Vollendung seines 21. Lebensjahrs auch mehr gesellschaftliche Aufgaben übernimmt, er wolle keine "sterile" Atmosphäre und habe seine Familie gebeten, sich bei der Party locker zu geben - eine mächtige Herausforderung für die als äußerst steif bekannte Queen und ihren auch nicht gerade für Lockerheit bekannten Sohn Charles.

"Ich dachte, es wäre ganz lustig, die Familie mal außerhalb der dunklen Anzüge zu sehen", erklärte William, der meist mit offenem Hemd und Jeans zu sehen ist. "Meine Großmutter (Königin Elizabeth) wird leichte Bedenken haben, was sie tragen soll und was passieren wird, aber sie ist auch sehr gespannt darauf. Sie steht dem Ganzen sehr positiv gegenüber."

William, der noch zwei Jahre Studium zu absolvieren hat, wird künftig auch als "Berater in Staatsangelegenheiten" offizielle Aufgaben von Elizabeth übernehmen. Neben seinem Vater hat die Königin nur drei weiteren Personen solche Aufgaben übertragen.

William kündigte an, dass er die Wohltätigkeitsprojekte seiner 1997 bei einem Autounfall umgekommenen Mutter Diana fortführen wolle. Besuche mit ihr in Obdachlosenheimen hätten einen nachhaltigen Eindruck auf ihn hinterlassen, sagte er der britischen Nachrichtenagentur PA. "Ich habe viel dabei gelernt, mehr im Nachhinein als damals selbst", sagte er. "Meine Mutter hat ihre Stellung sehr gut genutzt, um anderen zu helfen, wie es auch mein Vater macht, und ich hoffe, dasselbe zu tun."

Vor seinem Geburtstag - dem einzigen Ereignis im Vereinigten Königreich, das mit der Veröffentlichung des neuen "Harry Potter"-Buchs mithalten kann - hat das Königshaus die Abschirmung des Prinzen von der Öffentlichkeit gelockert und eine Serie von Interviews und Fototerminen erlaubt. Jedes neue Detail, etwa das William nach eigenen Angaben Cider Bier vorzieht, wurde Gegenstand tief schürfender Analysen.

In einem der Interviews, das in verschiedenen Zeitungen veröffentlicht wurde, nahm William seinen Vater gegen Kritik in Schutz genommen. "Mein Vater hat viele erstaunliche Dinge getan. Er hat harte Zeiten hinter sich und verdient es, besser behandelt zu werden. Lassen Sie ihn zufrieden." Sein Vater habe einen "großen Einfluss" auf ihn, besonders was das Interesse an organischer Bebauung und Umweltschutz angehe, fügte William hinzu.

Bei einem Besuch von William und Prinz Charles in Wales vor zwei Tagen war der junge Prinz, der zweite in der britischen Thronfolge, von den Bürgern stürmisch gefeiert worden. Charles, der besonders wegen seiner angeblich kühlen Rekation auf Dianas Tod und seinem Verhältnis zu Camilla Parker Bowles in die Kritik geraten ist, wurde von der Menge weitaus weniger beachtet.



© SPIEGEL ONLINE 2003
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.