Plage in der Volksrepublik Riesenhornissen töten Dutzende Chinesen

Riesenhornissen in China verhalten sich in diesem Jahr ungewöhnlich aggressiv: Durch Stiche der Insekten sind schon mehr als 40 Menschen gestorben, weit über tausend wurden verletzt. Die Behörden warnen davor, selbst gegen die Insekten vorzugehen.

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Peking - Angriffe von Riesenhornissen sind in der chinesischen Provinz Shaanxi nicht ungewöhnlich - aber in diesem Jahr sind die Attacken der Insekten besonders heftig. Seit Juli sind in der Region im Zentrum Chinas 42 Menschen an den Stichen der Tiere gestorben. 1675 Personen wurden verletzt, berichtete CNN; der Gesundheitszustand von 37 Opfern sei kritisch. Betroffen ist nicht nur die Stadt Ankang, wo 19 Personen starben. Im Süden Shaanxis seien in mehreren Städten 22 Personen ums Leben gekommen.

Bei den Insekten handelt es sich demnach auch nicht um gewöhnliche Hornissen, sondern um die etwa daumengroßen Asiatischen Riesenhornissen. Die Tiere seien meist 3,5 Zentimeter bis 5,5 Zentimeter lang und erreichten eine Flügelspannbreite von bis zu acht Zentimetern, berichten Zoologen der Universität von Michigan. In Japan sterben jährlich bis zu 50 Menschen nach Attacken der Riesenhornissen.

Warum die Insekten plötzlich in China so viele Menschen angreifen, ist unklar. Experten sehen eine mögliche Ursache im besonders heißen Wetter der vergangenen zwei Monate. Das trockene Klima erleichtert es den Tieren, sich fortzupflanzen. Im Herbst ist ihre Paarungszeit. Auch der Bauboom könnte ein Faktor sein - immer mehr Menschen wohnen im Lebensraum der Hornissen.

"Sie haben auf meinen Kopf gezielt"

Die Stiche der Insekten können allergische Reaktionen und Organversagen verursachen und zum Tod führen. "Die Hornissen waren furchteinflößend", sagte eine Frau der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua. "Sie haben auf meinen Kopf gezielt und bedeckten meine Beine. Plötzlich wurde ich gestochen und konnte mich nicht bewegen." Seit zwei Monaten wird die Frau in einem Krankenhaus behandelt, auch mittels Dialyse. Ihre Beine kann sie trotzdem noch nicht wieder bewegen.

Selbst wenn die Opfer überleben, bleiben oft kleine Krater auf ihrer Haut zurück, die laut CNN wie Schusswunden aussehen. Die Behörden versuchen, die Stöcke der Hornissen zu zerstören. 710 davon sollen schon entfernt worden sein.

Die Provinzregierung rät, langärmlige Kleidung zu tragen und nicht auf eigene Faust zu versuchen, die Hornissenschwärme oder deren Stöcke zu entfernen. Die Tiere werden von leuchtenden Farben, Schweiß, Alkohol, süßen Gerüchen und Düften angezogen. Unter anderem suchten sie Schulen heim und griffen Bauern an.

ulz/dpa/AP

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