Prozess gegen Winona Ryder Klau zur Übung

Seit Montag steht Hollywoodstar Winona Ryder wegen Diebstahls und Vandalismus vor Gericht. In einem Kaufhaus soll sie Designer-Waren im Wert von 5560 Dollar gestohlen haben. Ryder behauptet, sie habe mit dem Diebstahl nur für eine Rolle üben wollen.


Winona Ryder
AFP

Winona Ryder

Beverly Hills - Die Anklage wirft Ryder vor, im Dezember vergangenen Jahres mit der Absicht zu stehlen ins vornehme Kaufhaus Saks Fifth Avenue in Beverly Hills gegangen zu sein. Sie habe dort bei 20 Gegenständen, Designer-Kleidungsstücke, Handtaschen und Accessoires, die Sicherheitsmarke entfernt und versucht, das Kaufhaus mit ihnen zu verlassen, ohne zu bezahlen.

Ryders Anwalt stellte den Fall dagegen als Missverständnis dar. Seine Mandantin sei das Opfer von übereifrigen Sicherheitsbeamten geworden. Saks-Sicherheitschef Kenneth Evans sagte als Zeuge aus, als er Ryder mit dem Vorwurf des Ladendiebstahls konfrontierte, nachdem sie beim Verlassen des Kaufhauses gestoppt worden war, sei sie "freundlich und entschuldigend" gewesen. Die Schauspielerin habe ihm dann gesagt: "Mein Regisseur hat mich angewiesen, einen Ladendiebstahl zu begehen, als Übung für eine Rolle, auf die ich mich vorbereite."

Für Anklagevertreterin Ann Rundle ist es dagegen "ganz einfach Diebstahl". Über das Schicksal Winona Ryders wird nun eine zwölfköpfige Jury entscheiden, darunter der Hollywood-Mogul und ehemalige Studio-Chef von Sony Pictures, Peter Guber. Im Verlauf des Prozesses soll den Geschworenen ein 19-minütiges Überwachungsvideo des Kaufhauses vorgeführt werden, berichteten US-Medien. Staatsanwältin Rundle warf Ryder gar vor, eine Schere in das Kaufhaus mitgebracht zu haben, um die Sicherheitsetiketten an der Ware zu entfernen.

Bei einer Verurteilung drohen Ryder, die am heutigen Dienstag ihren 31. Geburtstag feiert, bis zu drei Jahre Haft. Richter Elden Fox erwartet ein Urteil frühestens in zehn Tagen.



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