Prozess Jackson muss weiter auf Urteil warten

Die erste Beratung der Jury im Prozess gegen Popstar Michael Jackson ist ohne Urteilsfindung zu Ende gegangen. Während der Angeklagte sich auf seine Neverland-Ranch zurückzog, sorgte sein Vater Joe vor dem Gerichtsgebäude im kalifornischen Santa Maria für Medienwirbel.


"Verwirrter" Auftritt? Michael Jacksons Vater Joe gestern vor dem Gerichtsgebäude in Santa Maria
REUTERS

"Verwirrter" Auftritt? Michael Jacksons Vater Joe gestern vor dem Gerichtsgebäude in Santa Maria

Santa Maria - Acht Frauen und vier Männer sind aufgefordert, in jedem der zehn Anklagepunkte im Missbrauchsprozess gegen Michael Jackson ein einstimmiges Urteil zu treffen. Die erste sechsstündige Beratungsrunde der Geschworenen führte jedoch zu keinem Ergebnis. Wie die "Los Angeles Times" berichtet, hätte sich die Jury mit einer Frage an den Richter gewandt. Üblicherweise werden solche Geschworenen-Anfragen öffentlich gemacht, doch diesmal schwieg Richter Rodney Melville über den Inhalt. Mehrere Nachrichtenorganisationen haben nun die Veröffentlichung der Mitschriften vor Gericht beantragt. Die Beratungen sollen heute weitergehen. Mit einem Schuld- oder Freispruch rechnen Prozessbeobachter noch vor Ende dieser Woche.

Während Michael Jackson die Urteilsfindung auf seiner Neverland-Ranch abwartet, sorgte sein Vater Joe gestern mit einem überraschenden Besuch vor dem Gerichtsgebäude für Wirbel. Hunderte Fans und Reporter bestürmten Joe Jackson, der nach Angaben des Senders MSNBC verwirrt erschien. Er wolle seinen Sohn sehen, wurde der Vater zitiert. Der Grund für sein Erscheinen wurde nicht bekannt.

Jackson selbst muss erst zur Verlesung des Urteils wieder vor Gericht erscheinen. Gerüchte um einen erneuten Krankenhausaufenthalt des 46-jährigen Sängers wies seine Sprecherin gestern zurück. Am Sonntag hatte sich der Popstar wegen angeblich durch Stress verstärkter Rückenschmerzen mehrere Stunden in einer Klinik behandeln lassen. Der schwarze Bürgerrechtler Jesse Jackson, ein Freund und Berater des Sängers, berichtete gestern von "entsetzlichen Schmerzen", die den Angeklagten plagen würden.

Der Popstar soll im Frühjahr 2003 einen 13-jährigen Jungen auf seiner Neverland-Ranch mehrfach sexuell belästigt, mit Alkohol gefügig gemacht und sein angebliches Opfer und dessen Familie dort festgehalten haben. Im Fall eines Schuldspruchs drohen Jackson bis zu 20 Jahre Haft.



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