Prozess "Schuhbomber"-Komplize zu 13 Jahren Haft verurteilt

Ein britischer Muslim ist von einem Londoner Gericht zu 13 Jahren Haft verurteilt worden. Er habe als Komplize des "Schuhbombers" einen Terroranschlag auf ein Flugzeug geplant, hieß es.


London - Der 25-jährige Sajid Badat hatte vor Gericht eingeräumt, er habe wie der in den USA verurteilte Richard Reid einen Sprengsatz in einem Flugzeug zünden wollen. Reid hatte versucht, am 22. Dezember 2001 auf dem Flug von Paris nach Miami eine in seinem Schuh versteckte Bombe zur Detonation zu bringen. Eine Stewardess bemerkte jedoch 90 Minuten nach dem Start, wie Reid mit Streichhölzern an dem Schuh hantierte. Besatzungsmitglieder und Passagiere überwältigten ihn. Reid ist das erste Qaida-Mitglied, das in den USA verurteilt wurde. Er erhielt eine lebenslange Haftstrafe.

Auch Badat, ein in Gloucester geborene Sohn malawischer Einwanderern, hatte dem heutigen Urteil zufolge bereits einen Flug von Manchester nach Amsterdam gebucht, um von dort mit seiner Bombe Richtung Vereinigte Staaten weiter zu fliegen. Wie Staatsanwalt Richard Horwell erklärte, verlor Badat jedoch die Nerven und zog sich aus der Verschwörung zurück. Per E-Mail habe er das seinem Komplizen mitgeteilt.

Die Polizei war auf den potenziellen Attentäter aufmerksam geworden, nachdem Reid mit ihm telefoniert hatte. Ende November 2003 durchsuchte sie die Wohnung des Studenten in der westenglischen Stadt Gloucester und fand Sprengstoff. Der damalige britische Innenminister David Blunkett sagte, Badat habe Verbindungen zu dem Terrornetz al-Qaida. Der Minister betonte damals: "Das ist ein weiterer Nagel im Sarg derjenigen, die unser Leben und unsere Freiheit bedrohen."



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