Angriff auf Jogger Getöteter Puma war Jungtier - und vermutlich verwaist

Ein junger Puma greift einen Jogger an, der Mann kämpft mit dem Tier und tötet es schließlich: Knapp einen Monat nach dem Vorfall haben die Behörden in Colorado Details über das Tier bekanntgegeben.

Angegriffener Jogger Travis Kauffman
AP

Angegriffener Jogger Travis Kauffman


Diesen Lauf wird Travis Kauffman nicht vergessen: Anfang Februar wurde er beim Joggen von einem Puma angegriffen und tötete das Tier - der Fall machte international Schlagzeilen. Nun hat die Behörde für Naturparks und Wildtiere im US-Bundesstaat Colorado die Ergebnisse der Untersuchung des Kadavers bekanntgegeben. Die Erkenntnisse bestätigen die Schilderungen Kauffmans.

Der Behörde zufolge war der Puma vier bis fünf Monate alt - diesen Schluss zog man aus dem Zustand des Gebisses. Das Tier wog 16 bis 18 Kilogramm und hatte wenig Fettreserven. Es war zum Zeitpunkt des Angriffs vermutlich hungrig, aber nicht in Gefahr zu verhungern. Als Todesursache wurden stumpfe Gewalteinwirkung und Erdrosseln genannt.

Es wird vermutet, dass das Tier verwaist war. Laut einem Behördensprecher bleiben Pumas etwa 12 bis 18 Monate bei ihrer Mutter, ehe sie ihrer eigenen Wege gehen. Zwei weitere Jungtiere - vermutlich aus demselben Wurf - wurden eingefangen und in eine Rettungsstation für Wildtiere gebracht. Dort sollen sie bleiben, bis ihre Chancen für ein Überleben in freier Wildbahn besser sind.

Das Geschlecht und die genaue Größe des toten Pumas konnten Tierärzte nicht feststellen, weil andere Tiere den Kadaver teilweise aufgefressen hatten, ehe Behördenmitarbeiter ihn einsammelten. Mutmaßlich handelte es sich um ein männliches Jungtier. Anzeichen für Tollwut oder andere Krankheiten hatte die Behörde bereits kurz nach dem Angriff nicht gefunden.

Puma in Colorado (Archivfoto)
REUTERS

Puma in Colorado (Archivfoto)

Bei einer Pressekonferenz Mitte Februar hatte Kauffman detailliert über die Begegnung mit dem Tier berichtet, die für den Puma tödlich endete. Am 4. Februar war er etwa hundert Kilometer nordwestlich von Denver unterwegs, als der Puma ihn beim Joggen angriff. Nach mehrminütigem Kampf tötete er das Tier, indem er seinen Fuß gegen den Hals des Pumas presste. Der 31-Jährige erlitt mehrere Fleischwunden, aber keine dauerhaften Verletzungen.

Puma-Angriffe auf Menschen sind sehr selten. Nach Behördenangaben gab es in den vergangenen hundert Jahren weniger als 20 tödliche Vorfälle in Nordamerika. In Colorado leben etwa 4500 bis 5500 Pumas. Kauffmann ist die 22. Person seit 1990, die in dem US-Bundesstaat von einem der Tiere angegriffen wurde. Drei der Attacken waren tödlich.

ulz/Reuters



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