Trauerfeier für die Queen Keine Einladung für Russlands Führung – Wut im Kreml

Hunderte ausländische Staatsgäste wurden eingeladen, an der Trauerfeier für Queen Elizabeth II. teilzunehmen. Ausgenommen: Russland. Kremlsprecherin Marija Sacharowa schäumt.
Der Sarg von Queen Elizabeth II. auf dem Weg vom Buckingham Palace zur Westminster Hall

Der Sarg von Queen Elizabeth II. auf dem Weg vom Buckingham Palace zur Westminster Hall

Foto: Daniel Leal / AFP

Der Kreml hat sich öffentlich darüber beschwert, dass keine Vertreter Russlands zur Trauerfeier für Königin Elizabeth II. eingeladen worden sind.

Die britische Regierung versuche, »die nationale Tragödie, die die Herzen von Millionen von Menschen auf der ganzen Welt berührt hat«, für »geopolitische Zwecke zu nutzen, um Rechnungen mit unserem Land zu begleichen«, erklärte die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Marija Sacharowa.

Dieser Versuch sei »zutiefst unmoralisch« und »blasphemisch«, weil er das Gedenken an Elizabeth II. beschädige, kritisierte Sacharowa. Sie warf London vor, den russischen »Militäreinsatz« in der Ukraine als »Vorwand« zu nutzen, um Russland von der Trauerfeier auszuschließen.

Elizabeth II. war am Donnerstag vergangener Woche im Alter von 96 Jahren in ihrer schottischen Residenz Balmoral gestorben. Die Trauerfeier für die Queen mit Staatsgästen aus aller Welt findet am Montag in der Westminster Abbey statt. Zu den geladenen Gästen gehören mehr als hundert Königinnen, Könige und andere Staatsoberhäupter. Russland, Belarus, Nordkorea und Myanmar erhielten keine Einladung.

Die Beziehungen zwischen Russland und Großbritannien sind schon seit Jahren extrem angespannt. Für eine tiefe Krise sorgte insbesondere die Vergiftung des früheren russischen Doppelagenten Sergej Skripal und seiner Tochter in England im Jahr 2018.

Das Staatsbegräbnis der Königin am 19. September wird als das größte Ereignis in Großbritannien seit dem Zweiten Weltkrieg gehandelt. Die Feierlichkeiten beginnen um 12 Uhr deutscher Zeit, unter anderen haben US-Präsident Joe Biden und der französische Präsident Emmanuel Macron ihre Teilnahme zugesagt. Auch Frank-Walter Steinmeier wird anreisen.

Neben königlichen Würdenträgern, Politikern und Staatsoberhäuptern aus aller Welt werden auch 200 Personen anwesend sein, die im Rahmen der »Queen’s Birthday Honours« ausgezeichnet wurden, darunter auch diejenigen, die bei der Bekämpfung der Coronavirus-Pandemie geholfen haben.

czl/dpa
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