Rätselhafte Entdeckung Sprengstoff auf New Yorker Friedhof gefunden

Der militärische Sprengstoff lag mindestens ein Jahr lang auf einem Friedhof in der New Yorker Innenstadt - ohne dass jemand das hochexplosive Material erkannte. Nun prüft die Polizei mysteriöse Botschaften nahe des Fundortes.

Polizeichef Kelly: Foto von den gefundenen Sprengstoffblöcken
AFP

Polizeichef Kelly: Foto von den gefundenen Sprengstoffblöcken


New York - Auf einem New Yorker Friedhof ist eine große Menge Sprengstoff entdeckt worden. Es handele sich um acht Blöcke des häufig militärisch genutzten Sprengstoffs C4, teilte die New Yorker Polizei am Montag bei einer Pressekonferenz mit. Das explosive Material sei in einer schwarzen Plastiktüte auf dem abgelegenen kleinen City Marmle Friedhof im East Village im Stadtteil Manhattan entdeckt worden. Einer der jeweils knapp 600 Gramm schweren Blöcke war demnach in zwei Teile gebrochen.

Der gefundene Sprengstoff sei "sehr kraftvoll", sagte Polizeichef Raymond Kelly. Es sei die gleiche Art gewesen, wie sie bei den terroristischen Bombenanschlägen 2005 in London verwendet worden sei. In einem Gebäude hätten die sichergestellten C4-Blöcke "ein grauenhaftes Ausmaß an Schäden" anrichten können, fügte Kelly hinzu. Unmittelbare Gefahr für die Öffentlichkeit habe aber nicht bestanden, da keine Zündmechanismen vorhanden gewesen seien, die nötig wären, um das C4 zur Explosion zu bringen.

Herkunft und möglicher Verwendungszweck des Sprengstoffs waren zunächst unbekannt. Der Sprengstoff sollte von Spezialisten der Polizei sowie vom Geheimdienst untersucht werden. Dazu wurde das Material in einen Schießstand der Polizei im Stadtteil Bronx gebracht.

Der Sprengstoff war nach Kellys Angaben in einer Schutzhülle eingepackt gewesen. Gelbe Beschriftung auf dem C4 deute darauf hin, dass es aus Militärbeständen stammte. Es könne bereits vor Jahren entwendet worden sein, Informationen zum Alter des Sprengstoffs lägen vorerst nicht vor, fügte Kelly hinzu. Es sehe allerdings so aus, als sei der Sprengstoff lange Zeit an seinem Fundort gelagert worden.

"Ich hoffe wirklich, dass einer von euch das findet"

Den Ermittlern zufolge hatte bereits im vergangenen Jahr ein Friedhofsangestellter die Sprengstofftüte gefunden. Da er nicht verstanden habe, um was es sich handele, habe er sie aber auf dem Friedhof liegen lassen. Die Polizei sei erst auf den Sprengstoff aufmerksam geworden, nachdem am Sonntag ein ehrenamtlicher Mitarbeiter beim Reinigen des Friedhofs die C4-Blöcke entdeckt habe. Er stopfte sie zunächst in einen Mülleimer. Erst nachdem er mit Freunden gesprochen hatte, wurde der Mann stutzig und ließ den Fund untersuchen.

Kopfzerbrechen bereiteten den Ermittlern auch rätselhafte Botschaften, die in der Nähe des Sprengstoffs entdeckt worden. So sei mit Kreide auf den Gehweg geschrieben worden: "Ich hoffe wirklich, dass einer von euch das findet." An einem Polizeiwagen sei in einem Umschlag eine Nachricht mit dem Text "Worte mit der Wirkung aufzuhören, Christus auf die zweite Straße zu setzen" und der Unterschrift "Jesus Christus" hinterlassen worden, sagte Kelly. Es sei schwer festzustellen, wann die Botschaften geschrieben worden seien. Die Polizei suche nun nach Überwachungskameras, deren Aufnahmen Hinweise auf die Herkunft des Sprengstoffs und der Botschaften geben könnten.

wit/AFP/dpa



insgesamt 3 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Peletua 12.10.2010
1. Pikante Note
Was will uns der Dichter damit sagen? Der 'Christus'-Text scheint natürlich auf einen religiösen Schizo bzw. auf eine solche Organisation hinzuweisen, und dass solche Leute in den USA oft einen ganz unchristlichen Hang zu Schießkram und Sprengstoffen pflegen, ist bekannt. Vielleicht wollte eine(r) dieser Brüder/Schwestern darauf hinweisen, wie leicht militärischer Sprengstoff in 'falsche Hände' (gibt es für sowas eigentlich die 'richtigen' Hände?) geraten kann. Dass das gleiche Zeug bei den Anschlägen in London verwendet wurde, gibt der Sache eine sehr pikante Note... Möglich ist natürlich auch, dass der angebliche Fund ein Nachklapp zu der jüngsten, leicht dubiosen US-Terrorwarnung für Europa ist. Bei dieser 'Warnung' fragte man sich ja, ob es sich tatsächlich um eine Warnung oder nicht vielmehr um eine Drohung handelte - schließlich wollen die Amis zur Zeit in Europa noch mehr sensible Daten sammeln, wogegen die EU sich erstmal sperrt.
mr_20@o2online.de, 12.10.2010
2. Zufällig Nanothermit?
Na so ein Zufall aber auch! Das wird ja wohl kein Sprengstoff sein, der bei den Anschlägen von 9/11 genutzt wurde, um die World Trade Center 1,2 und 7 zu sprengen? Zufällig Nanothermit? Hat da ein Beteiligter versucht sein Gewissen zu erleichtern und eine Spur zu legen?
thecipher 12.10.2010
3. Verschwörungstheorien sollten wenigstens oberflächlich glaubhaft erscheinen..
Zitat von mr_20@o2online.deNa so ein Zufall aber auch! Das wird ja wohl kein Sprengstoff sein, der bei den Anschlägen von 9/11 genutzt wurde, um die World Trade Center 1,2 und 7 zu sprengen? Zufällig Nanothermit? Hat da ein Beteiligter versucht sein Gewissen zu erleichtern und eine Spur zu legen?
...aber der Sprengstoff C4 ist, auch für MR_20 an sich einfach feststellbar, Plastiksprengstoff. Ganz ordinär und seit mehr als 40 Jahren gebräuchlich...
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.