Ramadan 2015 Das große Fasten beginnt

Für Muslime in aller Welt beginnt die wichtigste Zeit des Jahres, der Fastenmonat Ramadan. 29 Tage lang dürfen sie tagsüber weder essen noch trinken - im Hochsommer eine Tortur.

DPA

Die Sichel des zunehmenden Mondes zeigt sich am Himmel, damit hat laut islamischem Kalender der Fastenmonat Ramadan begonnen. Das bedeutet, dass gläubige Muslime ab Donnerstag zwischen Sonnenaufgang und -untergang weder essen noch trinken noch rauchen noch Sex haben dürfen. Zudem sind sie aufgerufen, im Ramadan stärker als sonst darauf zu achten, sich moralisch einwandfrei zu verhalten - also weder zu lügen noch zu fluchen noch zu beleidigen

Die Enthaltsamkeit soll die Gläubigen näher zu Gott führen und sie an das Leid derer erinnern, die hungern und denen es schlecht geht. Viele Muslime spenden während des Ramadan. In Städten der islamischen Welt ist es üblich, dass Moscheen zum abendlichen Fastenbrechen kostenlose Iftar-Festessen für Bedürftige ausrichten.

Für die 1,4 Milliarden Muslime ist es die wichtigste Zeit des Jahres. Und es ist auch eine Zeit, in der die drastischen Unterschiede innerhalb der islamischen Welt besonders sichtbar werden. Londoner Luxuskaufhäuser erwarten einen Ansturm reicher Golfaraber, Millionen Syrer begehen den Fastenmonat inmitten eines Bürgerkriegs, Tausende sind in diesem Ramadan auf der Flucht nach Europa.

Lange Tage - langes Fasten

Der Beginn des Ramadan richtet sich nach dem Mondkalender, das heißt pro Jahr wandert er im gregorianischen Kalender elf Tage nach vorn. In diesem Jahr fällt der Ramadan in die Zeit der längsten und wärmsten Tage des Jahres. In Deutschland müssen Muslime mehr als 16 Stunden fasten. Noch schwerer haben es Fastende in Helsinki. Dort bleiben nur drei Stunden Zeit zum Essen und Trinken.

Mit Sonnenuntergang dürfen Muslime täglich das Fasten brechen. Nach der Tradition des Propheten Mohammed essen sie zunächst eine Dattel. "Und esst und trinkt, bis ihr in der Morgendämmerung einen weißen von einem schwarzen Faden unterscheiden könnt", heißt es im Koran. In der Praxis bedeutet dies, dass Muslime mit Beginn der Morgendämmerung das Fasten beginnen sollen.

Das Fasten im Ramadan ist eine der fünf Säulen im Islam. Kinder, Alte, Kranke, Schwangere und Reisende sind von der Pflicht entbunden.

Nach 29 Tagen Enthaltsamkeit wartet auf die Muslime dann die Belohnung. Drei Tage dauert das Id al-Fitr, das Fest zum Fastenbrechen - mit Festspeisen für alle und Geschenken für die Kinder.

Sehen Sie in unserer Fotostrecke Eindrücke vom Ramadan aus aller Welt.

syd



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