Drei Auftritte im Olympiastadion Berlin verbietet Aftershowpartys nach Rammstein-Konzerten
Rammstein-Frontsänger Till Lindemann und seine Band wollen drei Konzerte in Berlin im Juli spielen (hier bei einem Konzert in Düsseldorf 2022)
Foto: Malte Krudewig / dpaNach den Vorwürfen gegen Rammstein-Frontmann Till Lindemann verbietet Berlin bei den Konzerten der Band in der Hauptstadt Aftershowpartys. »In Berlin wird es in den Liegenschaften, die ich verantworte, keine Aftershowpartys der Band Rammstein geben«, teilte Innen- und Sportsenatorin Iris Spranger (SPD) mit. Es gelte, die Ermittlungen abzuwarten, »aber die Vorwürfe wiegen so schwer, dass Schutz und Sicherheit der Frauen hier absoluten Vorrang haben«.
Innen- u. Sportsenatorin Iris Spranger: „In Berlin wird es in Liegenschaften, die ich verantworte, keine Aftershowpartys von #Rammstein geben. Es gilt die Ermittlungen abzuwarten, aber die Vorwürfe wiegen so schwer, dass Schutz & Sicherheit der Frauen absoluten Vorrang haben.“
— Senatsverwaltung für Inneres und Sport (@Innensenatorin) June 7, 2023
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In der Hauptstadt will Rammstein am 15., 16. und 18. Juli im Olympiastadion Konzerte geben. Das Land Berlin kann die Aftershowpartys in der Location untersagen, weil es seit 2006 alleiniger Gesellschafter der Olympiastadion Berlin GmbH ist, die das Olympiastadion betreibt.
Bisher keine Ermittlungen gegen Lindemann
Die Berliner Staatsanwaltschaft ermittelt bislang nicht gegen Till Lindemann, sagte ein Sprecher dem »Tagesspiegel« . Sowieso könnten Auskünfte zu einem möglichen Verfahren erst gegeben werden, wenn »ein Mindestbestand an Belegtatsachen« gegeben wäre.
Mehrere Frauen hatten zuletzt schwere Vorwürfe gegen Lindemann erhoben. Gegenüber dem Norddeutschen Rundfunk und der »Süddeutschen Zeitung« beschrieben sie, wie junge Frauen offenbar gezielt für Sex mit dem Sänger rekrutiert wurden. Sie wurden demnach auf Konzerten und Instagram gezielt angesprochen, dann auf speziell für Lindemann organisierte Aftershowpartys eingeladen.
Band weist Vorwürfe zurück
Zwei Frauen berichteten zudem von mutmaßlichen sexuellen Handlungen, denen sie nicht zugestimmt hätten. Die Band wies die Darstellungen inzwischen zurück.
Am Dienstag sorgten weitere Anschuldigungen in einem Video der Influencerin Kayla Shyx für Aufsehen. Die YouTuberin schilderte darin ihre Erlebnisse von einer Aftershowparty nach einem Rammstein-Konzert. »Wir wurden da einfach reingeholt, damit sich Rammstein welche aussuchen kann«, sagte Shyx etwa.
In einer Stellungnahme von Rammstein hieß es, die Vorwürfe hätten sie sehr getroffen und man nehme sie außerordentlich ernst. »Unseren Fans sagen wir: Es ist uns wichtig, dass Ihr euch bei unseren Shows wohl und sicher fühlt – vor und hinter der Bühne.« Weiter hieß es etwa, dass die Band darum bittet, nicht vorverurteilt zu werden.
Ab Mittwoch spielen Rammstein vier Konzerte in München. Dort wurden bereits einige Veränderungen angekündigt: So soll es die sogenannte Reihe null in München nicht geben und auch keine Aftershowpartys. Außerdem habe das Management ein Awareness-Konzept angekündigt, Details dazu lagen noch nicht vor.