Unglücklicher Name für Thinktank Pakistan und China gründen "Hure"

Pakistan und China feiern ihre Freundschaft, ein neuer Thinktank soll Möglichkeiten erkunden, die wirtschaftlichen Beziehungen zu vertiefen. "RANDI" nannte man das Institut. Dumm nur, dass das auf Punjabi "Hure" heißt.
Flaggenschmuck: Pakistan und China, vereint in Partnerschaft

Flaggenschmuck: Pakistan und China, vereint in Partnerschaft

Foto: FAROOQ NAEEM/ AFP

Die Welt ist instabil, da ist es beruhigend, verlässliche Verbündete zu haben. Pakistan und China zelebrieren ihre Freundschaft. Gerade erst hat Peking verkündet, der Regierung in Islamabad 46 Milliarden Dollar Entwicklungshilfe zur Verfügung zu stellen. Es ist auch eine gemeinsame Versicherung gegen Indien: China sieht das Land als Konkurrenten, Pakistan als Erzfeind.

Im chinesischen Haikou verkündeten Vertreter beider Länder nun, einen Thinktank gründen zu wollen, der sich mit den wirtschaftlichen Beziehungen befassen soll. Weltläufig sollte es klingen, vielleicht dachte man auch an die renommierte Denkfabrik "RAND Corporation" aus den USA, und so gaben sie dem Institut den Namen: "Research and Development International", kurz: "RANDI".

Der pakistanische Senator Mushahid Hussain, der dem Thinktank zusammen mit einer chinesischen Ex-Ministerin vorsitzen soll, erklärte noch stolz, es handele sich "um die erste gemeinsame Initiative dieser Art". Aber er übersah, was für einen Namen man da vergeben hatte: "Randi" heißt auf Punjabi, immerhin der meistgesprochenen Sprache in Pakistan, nun ja: "Hure".

Kübelweise Spott im Internet

Nun quillt das Internet über vor Witzen und Spott. Unter dem Hashtag #RANDI finden sich bei Twitter bissige Kommentare. Der pakistanische Journalist und Radiomoderator Murtaza Solangi schreibt: "Können wir nicht noch kreativer mit Namen sein? Was zur Hölle soll das!" Die Schriftstellerin Fatima Bhutto, Nichte der ermordeten Premierministerin Benazir Bhutto, merkt an: "Nun, das ist ein unglücklicher Name für einen Thinktank…" Ein Blogger schlägt vor, Sitz des Instituts könnte Lahore, Hauptstadt der Provinz Punjab, werden: "Lahure".

Vor allem aus Indien, wo im Norden ebenfalls Punjabi gesprochen wird und der Begriff auch auf Hindi geläufig ist, kommen Hunderte Kommentare von amüsierten Twitter-Nutzern: "Wenn das mal kein böses Erwachen gibt", schreibt einer. Oder: "Jetzt ist es offiziell: Pakistan ist Chinas Prostituierte!" Ein anderer merkt an: "Was für ein schöner Name, der gleichzeitig auch noch die Art der Beziehung widerspiegelt." Und: "Wir wussten schon immer um die Art des Verhältnisses zwischen Pakistan und China."

Auf pakistanischer Seite herrscht eher Entsetzen: "Wie kann es sein, dass niemand rechtzeitig Einspruch gegen diesen Namen einlegte?" Oder: "Dieses Akronym ist eine Schande." Manche nehmen es mit Humor: "Ahnte ich's doch: In unseren Beziehungen geht es in erster Linie um Sex!"

Es ist ein klassisches Eigentor. Ob der Name oder zumindest das Kürzel nun noch geändert werden soll, steht bislang nicht fest. Thinktank-Chef Mushahid Hussain war nicht zu erreichen.

kaz