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08. Juli 2001, 10:21 Uhr

Rassenkrawalle in England

Flaschenhagel auf Polizisten

Erneut lieferten sich weiße und asiatische Jugendliche in der englischen Industriestadt Bradford schwere Straßenschlachten. Auch deckten sie die Sondereinsatzkräfte der Polizei mit einem Hagel von Steinen, Flaschen und Brandbomben ein.

In Bradford entlädt sich die Aggression
REUTERS

In Bradford entlädt sich die Aggression

London - Bei den Unruhen wurde großer Sachschaden angerichtet. Wie die Polizei am Sonntagmorgen mitteilte, gingen zahlreiche Autos und Gebäude in Flammen auf. Mehr als 100 Polizeibeamte wurden bei den sechsstündigen Krawallen verletzt. 28 Personen wurden nach den Auseinandersetzungen zwischen asiatisch-stämmigen und weißen Jugendlichen festgenommen. Ihr Alter wurde von der Polizei mit zwischen 14 und 56 Jahren angegeben.

Wie mitgeteilt wurde, schleuderten die Randalierer einen Brandsatz gegen einen Club der Labour-Partei, in dem sich noch Menschen aufhielten. Auch ein konservativer Club und mehrere Autowerkstätten wurden in Brand gesetzt. Ein Hotel ging in Flammen auf. Zahlreiche geparkte Autos brannten aus.

Dutzende Autos brannten
REUTERS

Dutzende Autos brannten

Die Polizei sprach am Morgen von "ernsthaften Unruhen". Etwa 900 zum Teil berittene Beamte konnten die Situation gegen 4 Uhr morgens beruhigen, wurde mitgeteilt. Ganze Straßenzüge wurden von den Sicherheitskräften abgeriegelt.

Die Krawalle hatten sich an einem geplanten Marsch der rechtsextremen Nationalen Front (NF) entzündet, der jedoch verboten worden war und nicht stattfand. Nach einer Gegendemonstration der Anti-Nazi-Liga lieferten sich weiße und asiatisch-stämmige Jugendliche dann Straßenschlachten, bei denen zwei weiße Teenager mit Messerstichen verletzt wurden. Die Gewalt griff später vom Stadtzentrum auf den überwiegend von Asiaten bewohnten Stadtteil Manningham über.

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