Weil das Motto ihrer Abi-Party gegen Markenrecht verstößt, müssen Schüler 3100 Euro zahlen

Von Korinna Kurze

Dieser Beitrag wurde am 14.11.2018 auf bento.de veröffentlicht.

Wir alle hatten absurde, platte oder im besten Fall sogar ganz witzige Abi-Mottos. Aber wer von euch hat dabei jemals ans Markenrecht gedacht? Vermutlich die wenigsten. Der zwölfte Jahrgang des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums in Ratingen musste jetzt aber wegen ihres Party-Mottos 3100 Euro Strafe zahlen.

Was ist passiert?

Der zwölfte Jahrgang des Gymnasiums im nordrhein-westfälischen Ratingen organisierte eine Stufen-Party, um mit den Einnahmen dieser Feier seinen Abiball mitzufinanzieren. Erfahrungsgemäß kommen bei solchen Feiern etwa 400 bis 500 Euro zusammen, wie eine Schülerin, die die Feier mit organisiert hat, gegenüber bento erklärt. Für die Feier hatten die Schülerinnen und Schüler eine öffentliche Facebook-Veranstaltung erstellt und in ihrem Umkreis Werbung gemacht.

Ihr Motto: "Projekt X – one last time"

Plötzlich bekamen die Schülerinnen aber Post von der "Novus Booking GmbH": Die Firma wies den Jahrgang darauf hin, dass er mit seinem für die Feier ausgesuchten Motto "mehrere ihrer bei dem Deutschen Marken- und Patentamt (DPMA) eingetragenen Schutzmarken verletzen würden". So berichtet es RP Online . Der Jahrgang suchte sich daraufhin juristische Unterstützung und setzte sich mit der Firma in Verbindung. Die "Novus Booking GmbH" forderte eine Zahlung von 3094 Euro, um eine außergerichtliche Einigung zu erzielen, ansonsten würde auch die Firma einen Anwalt einschalten.

Die Anwältin des Jahrgangs habe zur Zahlung geraten, da die Schülerinnen und Schüler gegen das Markenrecht verstoßen hätten. Wie die Schülerin bento gegenüber sagte, hätte der Jahrgang etwa 1500 Euro mehr zahlen müssen, wenn das Ganze über einen Anwalt der Firma gegangen wäre.

Joachim Schaffarzyk, Geschäftsführer der "Novus Booking GmbH", bestätigt "RP Online" gegenüber  die Forderung und dass die Marke "Projekt X" seit 2015 in Wort und Bild geschützt sei. Zudem komme es häufiger vor, dass Schüler ihren Feiern dieses Motto gäben. Zu RP Online sagt Schaffarzyk, dass seine Firma Schülern "keine Steine in den Weg legen wolle" und "Wir sprechen die Betroffenen immer erst an und weisen sie auf ihren Fehler hin und kommen nicht direkt mit einem Anwalt".

Wie geht es jetzt weiter?

Die Schülerinnen und Schüler haben den Betrag nach eigener Aussage bereits gezahlt. Die Feier habe vergangene Woche unter dem neuen Titel "One last time" stattgefunden. Die Abrechnung sei noch nicht durch, aber die Schülerin, mit der bento gesprochen hat, schätzt, dass wieder die üblichen 400 bis 500 Euro zusammengekommen sind. Die und weitere etwa 2500 Euro aus der Stufenkasse sollen nun direkt an die "Novus Booking GmbH" gehen.

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