Raumstation Mir Start frei zum Absturz

Heute soll in Russland eine Rakete mit heikler Mission starten: Sie soll an der Raumstation Mir andocken und den geregelten Absturz steuern.


Die Raumstation soll im März kontrolliert abstürzen.
DPA

Die Raumstation soll im März kontrolliert abstürzen.

Baikonur - Die Rakete des Typs Progress M1-5 soll am frühen Morgen vom Raumfahrtzentrum Baikonur in Kasachstan abfliegen und in vier Tagen an der "Mir" ankommen. Anfang März wird die Rakete die "Mir" aus dem Weltall zurück auf die Erde leiten. Ein Großteil der vor 15 Jahren von der Sowjetunion erbauten Station soll beim Eintritt in die Erdatmosphäre verglühen, der Rest in den Pazifischen Ozean stürzen.

Damit endet eines der ehrgeizigsten Raumfahrt-Projekte Russlands, das das für die "Mir" bereitgestellte Geld in Zukunft in die Internationale Raumstation ISS stecken will.

Die Transportrakete hat lediglich die Treibstoff-Menge an Bord, die zu ihrer eigenen Versorgung und für den Absturz gebraucht wird. Bisher wurden Progress-Raketen auch für die Lieferung von Lebensmittel und Wasser an die "Mir" eingesetzt.

In den 15 Jahren ihres Bestehens wurde die Raumstation von 106 Kosmonauten während 28 Langzeit-Projekten genutzt. Zuletzt hätten die Kosmonauten jedoch 80 Prozent ihrer Zeit für Reparaturen an der Station aufwenden müssen, sagte im Dezember der Leiter der Russischen Weltraumbehörde, Juri Koptew. Inzwischen ist die Station unbemannt.

Falls das Andockmanöver der Progress nicht erfolgreich abgewickelt wird, sollen innerhalb von zwölf Tagen von Baikonur aus zwei Kosmonauten ein letztes Mal zur "Mir" fliegen, um den Absturz der Station zu koordinieren. Die "Mir" soll am 5. oder 6. März in die Erdatmosphäre eintreten. Der genaue Zeitpunkt sei von der Sonne und dem Erfolg des Progress-Fluges abhängig, hieß es.



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