Reaktionen "Es blutet mir das Herz"


Uno-General-Sekretär Kofi Annan:

"Ich bete für ihn, so wie er für mich gebtete hat, für Frieden. Er war ein Mann des Friedens und unterstützte die Vereinten Nationen. Ich erinnere mich an Treffen mit ihm, besonders als wir in seinen Privaträumen saßen und über Fragen des Krieges und des Freidens gesprochen haben. Er war stets besorgt um die Welt, in der wir leben. Und wie ich glaubte er, dass es im Krieg nur Verlierer gibt."

Bundeskanzler Gerhard Schröder: "Papst Johannes Paul II. hat Geschichte geschrieben; er hat durch sein Wirken und durch seine beeindruckende Persönlichkeit unsere eine Welt verändert. Schröder nannte den gebürtigen Polen einen unermüdlichen und entschlossenen Kämpfer für den Frieden, für Menschenrechte, Solidarität und soziale Gerechtigkeit. Dafür habe er weltweit Anerkennung und Beachtung gefunden. Junge Menschen seien für den Papst Hoffnungsträger gewesen. "Sie werden seine Botschaft weitertragen."

Bundesaußenminister Joschka Fischer (Grüne) hat Johannes Paul II. als "außergewöhnlichen Papst und herausragende Persönlichkeit unserer Zeit" gewürdigt. Seine persönlichen Begegnungen mit dem Papst seien stets von dessen menschlicher Anteilnahme, Verbundenheit mit Deutschland und der Entwicklung Europas geprägt gewesen.

US-Präsident George W. Bush: "Die katholische Kirche hat ihren Hirten verloren. Die Welt hat einen Champion der menschlichen Freiheit verloren. Ein guter und gläubiger Diener Gottes wurde heimgerufen. Papst Johannes Paul II. selbst war eine Inspiration für Millionen Amerikaner und für viele mehr in der Welt."

Der britische Premierminister Tony Blair: Sein ganzes Leben lang habe er auf der Seite der Unterdrückten gestanden, "ob als junger Mann während der Nazi-Besatzung in Polen oder später als Herausforderer des Kommunismus"..

Israels Vize-Ministerpräsident Schimon Peres: "Papst Johannes Paul II, hatte nicht nur einen großen Geist, sondern einen guten Geist. Auch wenn er den Katholizismus repräsentierte, schaffte er es mit seinem Talent und seiner Persönlichkeit, unsere gesamte globale Gesellschaft zu repräsentieren."

EU-Kommissionspräsident Barroso: "An Johannes Paul II. wird man sich erinnern als den reisenden Papst und wir sollten uns auch darin erinnern, dass er den Weltfrieden gepredigt hat. Als die Vereinigten Staaten in den Irak einmarschiert sind, sagte Johannes Paul II. zum Beispiel, dass dies ein illegaler und unmoralischer Akt ist."

Queen Eizabeth II. in einer Stellungnahme des Buckingham Palastes: "Ihre Majestät erinnert sich an die unermüdlichen Bemühungen von Papst Johannes Paul II., Frieden und Wohlwollen in der Welt zu verbreiten."

Polens Ex-Präsident Lech Walensa: "Ich denke, wir sollten erkennen, wie sehr der Heilige Vater für uns gearbeitet und gekämpft hat. Ohne ihn gebe es kein Ende des Kommunismus oder zumindest erst sehr viel später und das Ende wäre blutig gewesen."

Ehemaliger US-Außenminister Henry Kissinger: "Johannes Paul II. war einer der bedeutendsten Menschen des vergangenen Jahrhunderts. Vielleicht der Bedeutendste.

Die ehemalige Premierministerin Margaret Thatcher: Johannes Paul II. sei nicht nur der größte Papst der modernen Zeit gewesen, sondern auch "die moralische Kraft hinter dem Sieg im Kalten Krieg". "Millionen verdanken ihm ihre Freiheit und ihre Selbstachtung."

Der belgische Premierminister Guy Verhofstadt: "Auch wenn manche seiner Positionen nicht von allen geteilt wurden, wird niemand bestreiten, dass Papst Johannes Paul II. der Geschichte der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts seinen Stempel aufgedrückt hat."

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Karl Kardinal Lehmann: "Johannes Paul II. ist so gestorben, wie er gelebt und gewirkt hat; geistig wach fast bis zuletzt, voller Hingabe an seinen Dienst und ergeben in den Willen Gottes. Seine Entschiedenheit hat viele Mauern zum Einsturz gebracht, unter anderen gewiss auch den Eisernen Vorhang. Seine Unbeirrbarkeit im Glauben hat auch in die schwierigsten Situationen viel Hoffnung gebracht."

Erzbischof Kardinal Joachim Meisner: "Der Papst hat sich mit seinem ganzen Leben zum Anwalt der Menschen gemacht. Selbst in den Wochen, als seine Stimme versagte, war sein Gebet unüberhörbar." Und weiter: "Wir sind zusammen durch dick und dünn gegangen. Er war mir ein echter Freund und es blutet mir schon das Herz."

Der Münchner Erzbischof und Kardinal Friedrich Wetter: "Der Heimgang unseres Heiligen Vaters erfüllt uns mit Wehmut und Trauer. Mit Johannes Paul II. verliert die katholische Kirche einen großen und kirchengeschichtlich bedeutsamen Papst und die Welt eine herausragende moralische Autorität."

Der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Hans Joachim Meyer: "Er hat viel bewegt - und dabei zugegeben, dass sein Amt eine große Schwierigkeit auf dem Weg zur Einheit der Christen ist. Aber er hat auch immer klar gesagt, dass der Weg zur Ökumene nicht an der Wahrheit vorbei gehen kann. Das hat Illusionen zerstört, aber auch Hoffnungen gedämpft."

Der Präsident des Zentralrats der Juden, Paul Spiegel: "Wir erinnern uns voller Dankbarkeit an die wahrlich historischen Zeichen, die Johannes Paul II. gesetzt hat, als er als erster Papst eine Synagoge und später die heilige Stätte der Juden, die Klagemauer in Jerusalem, besucht hat."

Bischof Alan Hopes während einer Messe in der Westminster-Kathedrale in London: "Johannes Paul II. ist sein Leben lang auf Reisen gewesen, und dies ist seine letzte Reise. Er sagte, er hat sein Leben lang nach Gott gesucht, jetzt ist Er zu ihm gekommen."

Der Ratspräsident der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Wolfgang Huber: "Er konnte in gewinnender Menschlichkeit von persönlichen Glaubenserfahrungen sprechen, auch vom Schweigen Gottes und vom Rätsel des Lebens."

Die philippinische Präsidentin Gloria Macapagal Arroyo: "Sein gelassener Mut und unbezwingbarer Wille bleiben eine anhaltende Quelle für unsere Stärke und Hoffnung angesichts der Herausforderungen einer mit Problemen belasteten Welt."

Alt-Bundeskanzler Helmut Kohl: " Papst Johannes II. habe "zu den epochalen Veränderungen in Deutschland und Europa einen entscheidenden Beitrag geleistet. Er war und bleibt eine der ganz großen Gestalten des 20. und 21. Jahrhunderts."

Die Grünen-Vorsitzenden Claudia Roth und Reinhard Bütikofer: "Er war mit deutlicher Stimme Mahner und moralische Instanz. Er war ein Kirchenführer, der Türen für Neues öffnete und gleichzeitig Kontroversen provozierte."

CDU-Vorsitzende Angela Merkel: "Er hat einen wesentlichen Beitrag zur Überwindung der Diktaturen und des Eisernen Vorhangs quer durch Europa geleistet. Gerade wir Deutschen werden uns immer wieder mit großer Dankbarkeit an Papst Johannes Paul II. erinnern." Die CDU nehme "mit Dankbarkeit und Respekt Abschied von einer großen Persönlichkeit".

CSU-Chef und Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber: : Der Verstorbene sei "die überzeugendste und faszinierendeste Persönlichkeit unserer Epoche". Mit seinem unbeirrten Engagement für Frieden und Verständigung habe er die Religionen, Kulturen und Völker zusammengeführt. Der Fall des Eisernen Vorhangs und die Wiedervereinigung Europas sei mit ihm verbunden.

Der FDP-Vorsitzende Guido Westerwelle: "Die Begeisterung, die Papst Johannes Paul II. besonders bei jüngeren Menschen auszulösen vermochte, war und bleibt jenseits aller kirchlichen Glaubensfragen und weltlichen Wertediskussionen tief beeindruckend."



© SPIEGEL ONLINE 2005
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.