NRW Rechtsextreme Chatgruppe - Polizisten geben Fehler zu

30 Polizisten sollen sich Fotos von Hitler und Hakenkreuzen geschickt haben - als sie entdeckt wurden, brachen manche zusammen. Einige geben sich jetzt reuig.
Polizisten aus Nordrhein-Westfalen (Symbolbild): 30 Beamtinnen und Beamte stehen unter Verdacht

Polizisten aus Nordrhein-Westfalen (Symbolbild): 30 Beamtinnen und Beamte stehen unter Verdacht

Foto: Federico Gambarini/ dpa

Im Skandal um rechtsextreme Chatgruppen der nordrhein-westfälischen Polizei sollen nach SPIEGEL-Informationen einige Beschuldigte die Postings eingeräumt haben. Das verlautete aus Behördenkreisen. Demnach sollen mehrere Polizisten ihr eigenes Fehlverhalten gestanden und angegeben haben, dass die Inhalte der Chats nicht ihrer politischen Überzeugung entsprächen. Gegenüber den Ermittlern sollen sich alle kooperativ gezeigt haben. 

30 Polizistinnen und Polizisten stehen unter Verdacht, über Jahre rechtsextremistische Propaganda in privaten Chatgruppen verschickt und empfangen zu haben. Fast alle waren oder sind Angehörige einer Dienstgruppe in Mülheim an der Ruhr. Die dortige Wache gehört zum Polizeipräsidium Essen. Am Mittwoch wurden die Wohnungen und Dienststellen der Beschuldigten durchsucht

Nach SPIEGEL-Informationen sollen die Einsatzkräfte dabei in mehreren Fällen psychosoziale Unterstützung angefordert haben. Manche Beschuldigte und deren Angehörige sollen die Situation rund um die Durchsuchung nicht verkraftet und einen Zusammenbruch erlitten haben, sogenannte PSU-Teams sollen deshalb hinzugezogen worden sein. Die Teams betreuen Polizeibeamte in besonders belastenden Situationen, oft nach Verkehrsunfällen oder Schusswaffengebrauch. Alle beschuldigten Polizistinnen und Polizisten wurden am Mittwoch vorläufig aus dem Dienst entfernt. 

Die Chats, über die die Beamten Fotos von Hakenkreuzen und Adolf Hitler verschickt haben sollen, bestanden vermutlich mindestens seit 2012. Dass dies aus der Dienstgruppe offenbar niemand anprangerte, sei "das eigentliche Problem", sagte Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU) im SPIEGEL-Interview.

"Ich habe aber die Hoffnung, dass es da eine schweigende Mehrheit gab", sagte Reul. "Polizisten, die möglicherweise meinten, aus falsch verstandener Kameradschaft nichts sagen zu dürfen. Diese Leute müssen jetzt den Gong hören. Wer schweigt, ist mitschuldig."

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