Reemtsma-Entführung Drach ist zurück in Hamburg

Der mutmaßliche Reemtsma-Entführer Thomas Drach ist von Argentinien nach Deutschland ausgeliefert worden. Unter strengen Sicherheitsvorkehrungen wurde er in die als "Santa Fu" bekannte Hamburger Justizvollzugsanstalt II gebracht.

Hamburg/Buenos Aires - Der 40-jährige Drach ist am Nachmittag mit einem Polizeihubschrauber zunächst in die Hamburger Justizvollzugsanstalt II im Stadtteil Fuhlsbüttel gebracht worden, wo ihm der Haftbefehl verkündet werden sollte. Zuvor war er in einer Linienmaschine der Lufthansa in Begleitung von deutschen Polizisten von Buenos Aires nach Frankfurt gebracht worden. Von dort aus wurde Drach mit einem Bundesgrenzschutz-Helikopter nach Hamburg geflogen. In den kommenden Tagen wird er in die Untersuchungshaftanstalt am Holstenglacis verlegt, um dort auf seinen Prozess zu warten.

Der Oberste Gerichtshof Argentiniens hatte die Auslieferung Drachs bereits Ende Juni abgesegnet. Vergangene Woche unterzeichnete auch Präsident Fernando de la Rua ein entsprechendes Dekret. Zugleich stellte er ein argentinischen Strafverfahren gegen Drach ein. Der hatte bei seiner Festnahme Ende März 1998 einen falschen britischen Pass vorgelegt.

Drach war nach Ermittlungen der Hamburger Staatsanwaltschaft im März 1996 der Drahtzieher bei der Entführung von Jan Philipp Reemtsma. Der Multimillionär kam nach der Zahlung von 30 Millionen Mark Lösegeld nach 33-tägiger Geiselhaft frei. Drach war zwei Jahre nach der Tat in Argentinien verhaftet worden. Er beteuert seine Unschuld. Bereits verurteilte Komplizen belasten ihn jedoch schwer. Bis zuletzt hatte sich Drach mit allen juristischen Mitteln gegen seine Auslieferung nach Deutschland gewehrt.