Regina Halmich und die Sado-Maso-Szene Schläge unter die Gürtellinie

Boxweltmeisterin Regina Halmich ist schockiert über Berichte, sie nehme an sado-masochistischen Veranstaltungen teil. Sie habe zwar mit der Gothic-Band "Umbra et Imago" den Song "Schlag mich" aufgenommen - das habe aber keinerlei sexuellen Hintergrund, sagte die 27-Jährige im Interview mit SPIEGEL ONLINE.

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Regina Halmich: "Gegen jegliche Form von Gewalt"
DDP

Regina Halmich: "Gegen jegliche Form von Gewalt"

"Schlag mich. Ich will die Zucht. Nur du darfst mich schlagen", stöhnt "Umbra et Imago"-Sänger Mozart ins Mikrofon. Dann erklingt die helle Stimme einer Frau: "Schlag mich. Ich will die Zucht. Nur du darfst mich schlagen." Die Sängerin ist Boxweltmeisterin Regina Halmich. Nun berichtet die "Bild"-Zeitung, Halmich singe nicht nur sado-masochistisch angehauchte Lieder, sondern sei auch Stammgast bei SM-Partys, die ihr Gesangspartner Mozart in Karlsruhe veranstalte.

"Als ich von dem Bericht hörte, war ich natürlich schockiert", sagte Halmich im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE. "An dieser Geschichte ist überhaupt nichts dran. Die muss sich irgendjemand ausgedacht haben, vermutlich aufgrund der Tatsache, dass ich den Song 'Schlag mich' mit Mozart aufgenommen habe."

Halmich: "Natürlich schockiert"
DDP

Halmich: "Natürlich schockiert"

Für sie sei "Schlag mich" "ein sehr humorvoller Song - gerade weil es in sexueller Hinsicht überhaupt nicht auf mich zutrifft", sagte die Boxerin, die schon Humor bewiesen hatte, als sie mit Stefan Raab in den Ring stieg. Der Pro7-Moderator hatte sich wochenlang über sie lustig gemacht und sie immer wieder herausgefordert - zu seinem Pech. In der fünften Runde brach sie dem TV-Talker die Nase.

CD-Cover "Umbra et Imago"

CD-Cover "Umbra et Imago"

Ganz professionell sah Halmich nun auch ihr musikalisches Engagement: "In dem Lied singe ich den Text 'Schlag mich, ich knock dich aus, ich zähl dich an'. Und das ist bei mir natürlich aufs Boxen bezogen. Ich habe die Zeilen mit einem großen Augenzwinkern gesungen."

Natürlich sei der Text zweideutig, "aber deswegen bin ich doch keine Sado-Maso-Braut. Ich habe überhaupt keine Neigung, bin gegen jegliche Form von Gewalt und kann an SM überhaupt nichts finden. Das war ja auch der Witz an der Sache." Sie habe sich zur Aufnahme des Songs nur überreden lassen, weil Mozart ein Freund sei.

Halmich: Eindeutig zweideutig
DDP

Halmich: Eindeutig zweideutig

Halmich bestritt, dass sie seit Jahren als Stammgast an Sado-Maso-Partys teilnehme, die in dem Karlsruher Veranstaltungsraum "Kulturruine" stattfinden. Das habe der Sänger so auch nie gesagt. "Er hat nicht gesagt, ich sei bei SM-Veranstaltungen, sondern dass ich regelmäßig in die 'Kulturruine' gehe." In der Halle "finden ja auch Partys statt, die nichts mit SM zu tun haben. Zum Beispiel war ich schon bei Depeche-Mode-Partys", sagte Halmich.

Auch Mozart bestätigte gegenüber SPIEGEL ONLINE, er habe nie behauptet, dass Halmich an SM-Partys teilnehme. "Das ist doch totaler Quatsch. Die Kulturruine ist eine Gothic-Disco, und da geht Regina manchmal hin."

Raab, Halmich: "Das war der Witz an der Sache"
AP

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Gegen die Verbreitung der Behauptung will Halmich nun vorgehen. "Ich werde eine Richtigstellung fordern", sagte sie. Sorgen um ihren Ruf macht sich die Boxerin trotzdem nicht. "Meine Fans werden damit überhaupt kein Problem haben."

Auch den Behauptungen der "Bild"-Zeitung, die Sponsoren seien "so entsetzt, dass sie jetzt Verträge mit der Boxerin kündigen wollen", widersprach Halmich. "Meine Sponsoren stehen nach wie vor hinter mir. Die kennen mich und sie wissen, dass das nicht stimmen kann."



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