Reinhold Messner »Bergsteigen wird durch die globale Erwärmung gefährlicher«

Die Klimakrise erhöht aus Sicht von Reinhold Messner die Gefahren bei Touren in den Bergen. Der frühere Extrembergsteiger hat einen Tipp für jüngere Kletterer.
Reinhold Messner: »Der Berg wird vielfach nur als Attrappe gesehen«

Reinhold Messner: »Der Berg wird vielfach nur als Attrappe gesehen«

Foto: Matthias Röder / dpa

Der frühere Extrembergsteiger Reinhold Messner, 78, sieht wie viele andere Experten angesichts der Klimakrise steigende Gefahren in den Bergen. »Das Bergsteigen, vor allem in der Höhe, wird durch die globale Erwärmung gefährlicher«, sagte der Südtiroler der Mediengruppe Bayern. »Das Eis schmilzt, es reißen mehr Gletscherspalten auf, es kommt zu Eisabbrüchen wie jetzt an der Marmolata, und der Fels unter dem Eis zerbröselt.«

Zudem habe sich das Bergsteigen völlig verändert, so Messner. »Der Berg wird vielfach nur als Attrappe gesehen. Die meisten Kletterer heute gehen in die Kletterhalle, und das ist auch gut so. Nur haben sie dort noch nichts über den Berg gelernt.« Sie müssten erst eine Reihe von Jahren leichtere Touren klettern, sich ganz langsam herantasten, um zu begreifen, was ein Berg ist.

»Ein Berg ist chaotisch, ein Berg ist viel größer, als wir ihn auf der Postkarte sehen«, warnte Messner. »Und beim Wettersturz wird ein Berg relativ schnell unendlich groß. Man kommt nicht mehr herunter«, sagte der Italiener, der als erster Mensch alle Achttausender der Welt bestiegen hatte. »Wenn man nicht gelernt hat, sich vor der Kälte zu schützen, ist der Tod die Folge.«

Man habe nie ausgelernt, so Messner, »auch nicht, wenn man 80 Jahre alt ist und ein Leben lang auf Berge gestiegen ist«.

wit/dpa
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