Reisefreiheit USA heben London-Bann für GIs auf

Vorsichtsmaßnahmen bei der US-Armee: Die Führung der in Großbritannien stationierten amerikanischen Truppen hatte den rund 12.000 Soldaten der US-Air-Force zunächst Ausflüge nach London untersagt. Inzwischen wurde das Verbot wieder aufgehoben.


London - Während die Briten auf die Anschläge mit dem Bemühen um ein hohes Maß an Normalität reagierten, gab die Führung der US-Air-Force nach Informationen der "Times" bereits am Freitag - einen Tag nach den Terroranschlägen - die Anweisung, die britische Hauptstadt zu meiden. Auch die Angehörigen der Soldaten seien "dringend aufgefordert", sich nicht nach London zu begeben, hieß es unter Berufung auf eine US-Militärsprecherin weiter.

Inzwischen wurde der Bann für die Hauptstadt wieder aufgehoben. Man habe die Anordnung überprüft und sie für alle in Großbritannien stationierten GIs rückgängig gemacht, meldet die BBC unter Berufung auf die US-Botschaft in London und den Kommandeur der US-Streitkräfte in Europa, General James L. Jones. Kritiker bemängelten, das Reiseverbot trübe den Eindruck des business as usual, den die Londoner Behörden gegenwärtig predigen.

Genau eine Woche nach den Anschlägen kommt es in London zu Veranstaltungen öffentlicher Trauer. Am kommenden Donnerstagabend soll mit einer Mahnwache der Opfer der Anschläge vom 7. Juli gedacht werden. Am Trafalgar Square sollen ab 18 Uhr (19 Uhr MESZ) die Namen der Getöteten verlesen und Gedichte vorgetragen werden, wie die Londoner Stadtverwaltung gestern Abend mitteilte.

Um 12 Uhr Ortszeit soll zudem das ganze Land zwei Schweigeminuten einlegen. Nach derzeitigem Stand kamen bei den Anschlägen auf drei U-Bahnzüge und einen Bus im Zentrum der Stadt mindestens 52 Menschen ums Leben, 700 weitere wurden verletzt.



© SPIEGEL ONLINE 2005
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.