Religiöser Wahn "Selbstmord im Interesse Gottes"

Drei Anhänger einer buddhistischen Gruppe haben sich in Kambodscha auf grausame Weise das Leben genommen: In Badewannen übergossen sie sich mit Benzin und verbrannten sich. Nun wurde der Anführer der Gruppe festgenommen.

Phnom Penh - Der 54 Jahre alte Anführer, der nach den Selbstmorden geflohen war, wurde in Handschellen zum Verhör geführt, teilte die Polizei in der im Osten des Landes gelegenen Provinz Prey Veng am Mittwoch mit. Er habe sich für unschuldig erklärt. "Ich habe nichts Falsches getan, ich habe sie nicht gezwungen. Es war ihr Fehler", zitierte ihn die Polizei.

Zwei Nonnen und ein Mönch der Pagode von Wat Thmar Sar hatten sich am Sonntag getötet. "Sie schütteten 60 Liter Benzin in die Badewannen, setzten sich hinein und zündeten sich an", erklärte ein Polizeisprecher. Drei weitere Mönche, die sich durch Messerstiche töten wollten, konnten gerettet werden. Der Anführer der Gruppe sagte der Polizei zufolge, er habe keinen Selbstmord begangen, da er schon heilig genug sei.

In den Abschiedsbriefen der Opfer hieß es nach Angaben der Beamten, der rituelle Freitod sei der einzige Weg in den Himmel: "Bitte lacht nicht über uns. Wir begingen im Interesse Gottes Selbstmord."

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