Vorstandswahl bei den Républicains Französische Zeitung will zwei Katzen als Wähler registriert haben

Sie heißen »Kalli« und »Zizou« und dürfen angeblich über den künftigen Parteivorstand der Républicains mitbestimmen: Die Zeitung will mit ihrer Aktion auf Fehler im Prozess hinweisen. Reagiert habe die Partei bislang nicht.
Konservative Républicains: 91.000 Mitglieder der einstigen Volkspartei sind seit Samstagabend aufgerufen, einen neuen Vorstand zu wählen

Konservative Républicains: 91.000 Mitglieder der einstigen Volkspartei sind seit Samstagabend aufgerufen, einen neuen Vorstand zu wählen

Foto: CHRISTOPHE ARCHAMBAULT / AFP

Die französische Sonntagszeitung »Le Journal du Dimanche«  hat eigenen Angaben zufolge zwei Katzen als Wähler für die Vorstandswahl bei der konservativen Partei Les Républicains registrieren lassen. Man habe damit demonstriert, dass Parteimitglieder ohne großen Aufwand mehrfach abstimmen könnten, berichtete das Blatt am Sonntag.

Eine Quelle innerhalb der Partei habe der Zeitung gesagt: »Technisch gesehen haben Sie das Recht auf drei Stimmen pro Person. Es gibt überall falsche Mitglieder.« Dem Bericht zufolge besagt ein internes Dokument der konservativen Partei, dass die Identität der Mitglieder nur dann überprüft werde, wenn persönliche Daten wie Adresse oder Telefon viermal oder häufiger verwendet würden. Die Zahl der Anhänger habe sich im Vorlauf der Vorstandswahl deutlich erhöht.

Mit den Daten einer Journalistin registriert

Das Blatt selbst habe die zwei Katzen namens »Kalli« und »Zizou« mit den Daten einer Journalistin registriert, die für den Versuch Mitglied wurde. Zu keinem Zeitpunkt seien die Identitäten überprüft worden. Die Partei habe auf Anfrage zunächst nicht reagiert, schrieb die Zeitung weiter.

Etwa 91.000 Mitglieder der einstigen Volkspartei in Frankreich sind seit Samstagabend aufgerufen, einen neuen Vorstand zu wählen. Ein Ergebnis wird nach Auszählung der Stimmen ab Sonntagabend erwartet. Als Favorit gilt der Abgeordnete Éric Ciotti vom rechten Flügel. Außerdem treten der liberalkonservative Senator Bruno Retailleau und als Vertreter der sozialen Rechten Generalsekretär Aurélien Pradié an.

Erreicht keiner der drei die absolute Mehrheit, will die Partei am kommenden Wochenende eine Stichwahl abhalten.

swe/dpa

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