Republikaner-Vorstoß Bibo soll sich selbst ernähren

Was hat die "Sesamstraße" mit amerikanischen Schulden in China zu tun? Mitt Romney, Präsidentschaftskandidat der Republikaner, hat eine ganz eigene Antwort parat. Und die dürfte Bibo und seinen Freunden gar nicht schmecken.

AP

Hamburg - "Wir werden Bibo nicht töten", sagt Mitt Romney. Soweit die gute Nachricht. Der Präsidentschaftskandidat der Republikaner fügte auf einer Veranstaltung im US-Bundesstaat Iowa allerdings noch folgendes hinzu: "Bibo wird Werbung machen, okay?"

Anders ausgedrückt: Wenn Romney US-Präsident werden sollte, könnten unangenehme Zeiten auf die "Sesamstraße" zukommen. Die beliebte Kindersendung wird im Sender PBS übertragen, der mit öffentlichen Geldern unterstützt wird.

Romney will erreichen, dass Bibo und seine Freunde aus der "Sesamstraße" sich künftig selbst versorgen. Ein Zuhörer hatte den 64-Jährigen gefragt, wie er als Präsident Regierungsausgaben eindämmen würde.

Romney antwortete laut dem Sender ABC, eine Lösung sei es, bestimmte TV-Programme abzuschalten und für andere neue Einnahmequellen zu finden. Und dann spannte der Politiker den ganz großen Bogen: "Mein Test ist: Ist eine Sendung so entscheidend, dass es sich lohnt, Geld aus China zu leihen, um sie zu bezahlen?"

Bei diesen Dimensionen scheint ein bisschen Werbung für die "Sesamstraße" wirklich das kleinere Übel zu sein. Romney beeilte sich auch zu sagen, dass ihm PBS ja eigentlich gefalle. Auf viel Gegenliebe dürfte seine Idee bei den Machern der Sendung dennoch nicht stoßen. Oder wie die Zeitschrift "Entertainment Weekly" es ausdrückte: "Elmo ist nicht begeistert."

hut

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