Respektloser Tanz auf Maya-Pyramide Die Rache des Schlangengottes

In Mexiko hat sich eine übermütige Touristin Feinde gemacht: Als sie auf den Treppen einer Maya-Pyramide herumtanzte, wurde sie ausgebuht – und mit Flaschen beworfen.
El Castillo in Chichén Itzá: »Gefängnis, Gefängnis, Gefängnis!«

El Castillo in Chichén Itzá: »Gefängnis, Gefängnis, Gefängnis!«

Foto: Sandra Salvadó / IMAGO

Chichén Itzá ist eine berühmte Ruinenstätte auf der mexikanischen Halbinsel Yucatán. Hier findet man auf einer Fläche von über 1500 Hektar Relikte aus der späten Maya-Zeit.

Eines davon ist das Castillo, eine 30 Meter hohe Stufenpyramide, auf deren Spitze sich der Tempel des Kukulcán befindet, einer Schlangengottheit der Maya. Ein sakraler Ort, an dem sich Besucher entsprechend respektvoll benehmen sollten. Doch das verstehen offenbar nicht alle.

Obwohl das Betreten der Pyramide schon 2008 vom Nationalen Institut für Anthropologie und Geschichte (INAH) verboten wurde, ist vor zehn Tagen eine Touristin die Treppen hinaufgestiegen. Mehrere Menschen filmten die Szene, auf TikTok  ging ein Video der Nutzerin »angelalopeze« viral.

Darin tritt eine blonde Frau in roter Hose und blauem T-Shirt mit einem Hut in der Hand aus dem Tempeleingang, geht ein paar Stufen hinab, schwenkt die Hüfte und wirft die Arme in die Luft. Schon erheben sich erste Pfiffe und Buhrufe, ein Sicherheitsmann begleitet die Dame beim Abstieg.

Unten angekommen, wird sie von einer wütenden Menge mit Schmährufen empfangen, beschimpft, mit Wasser übergossen und Plastikflaschen beworfen. »Gefängnis, Gefängnis, Gefängnis!«, forderten einige der Anwesenden.

Anfangs wurde kolportiert, bei der Frau handele es sich um eine spanische Touristin. Inzwischen berichten mexikanische Medien, dass es sich bei der Frau um eine 29-jährige Einheimische handeln soll. Bei Twitter kursierten Forderungen, die Regelbrecherin solle bis zu zehn Jahre eingesperrt werden und für ihr Fehlverhalten ein Bußgeld von mehreren Tausend Dollar zahlen.

Glimpflich davongekommen?

Dem Institut Inah zufolge liegen die Bußgelder für Verstöße gegen die Besuchervorschriften zwischen 50.000 und 100.000 mexikanischen Pesos, umgerechnet 2505 und 5009 Euro – je nachdem, wie viel Schaden angerichtet wurde. Weil die Treppentänzerin aber keine Spuren am Castillo hinterließ, soll sie angeblich eine deutlich geringere Summe bezahlt haben.

Die heiligen Stätten darf sie nicht mehr besuchen. Die Verantwortlichen wurden aufgefordert, die Ruinen besser zu schützen.

ala
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